Regierungswahlen

Baselbieter CVP-Basis bekennt sich zu SVP-Kandidat Weber

SVP-Kandidat Thomas Weber erhält Unterstützung von der CVP-Basis.

SVP-Kandidat Thomas Weber erhält Unterstützung von der CVP-Basis.

Die Basis der Baselbieter CVP spricht sich für den SVP-Kandidaten Thomas Weber aus. Damit gehen die drei einstigen Verbündeten CVP, GLP und EVP getrennte Wege – und sorgen endgültig für eine gespaltene Mitte.

Mehrmals hatte die Präsidentin der CVP Baselland, Sabrina Mohn, in den letzten Wochen betont, zusammen mit der SVP und FDP eine «bürgerliche Zusammenarbeit» formen und so dem SVP-Kandidaten Thomas Weber in die Regierung verhelfen zu wollen. Dies, weil sie den Anspruch der SVP auf einen Regierungsratssitz anerkenne.

Noch wenige Stunden vor dem heutigen Parteitag war sie sich ihrer Sache nach wie vor sehr sicher: «Ich habe klare Signale aus der Basis erhalten, dass Weber unterstützt wird», sagte sie der bz. Und tatsächlich: Die rund 130 in der Aula des Laufner Gymnasiums anwesenden Mitglieder sprachen sich klar für Weber aus. Er erhielt 89 Stimmen, GLP-Kandidat Gerhard Schafroth nur deren 11, bei 7 anderen Namen und 13 leer eingelegten Stimmzetteln.

Dass dies gleichzeitig eine Abfuhr an die Adresse der «starken Mitte» mit Schafroth bedeutete, wurde durchaus thematisiert - zumal neben Weber auch Schafroth vor Ort für sich werben durfte. Dies im Unterschied zu SP-Kandidat Eric Nussbaumer, der explizit keine Einladung erhalten hatte.

Mohn rechtfertigte dies gegenüber der bz einerseits mit dem «eng gesteckten Zeitplan» des Abends, andererseits - und wohl hauptsächlich - damit, dass der Vorstand wolle, dass die Baselbieter Regierung auch nach der Ersatzwahl vom 3. März bürgerlich dominiert bleibt. Der Vorstand gab denn auch keine Empfehlung für Weber oder Schafroth ab.

CVP taktiert für 2015

«Die bürgerliche Zusammenarbeit BüZa hat 2011 Schiffbruch erlitten. Jetzt sollten wir uns als verlässlicher Partner der neuen ‹starken Mitte› erweisen und Gerhard Schafroth unterstützen», versuchte ein Votant aus dem Plenum vergeblich, die Mehrheit umzustimmen. Sogar Landrat Peter H. Müller, der sich sonst für die Mitte stark macht, stellte sich - schweren Herzens - hinter Weber. Dies aus rein taktischen Überlegungen: «2015 werden wir es ohne die Hilfe der SVP schwer haben, unseren Regierungssitz zu halten.»

Nach dem Votum der EVP-Basis für Nussbaumer vom vergangenen Montag ist nun also Tatsache, dass die drei einstigen Verbündeten CVP, GLP und EVP getrennte Wege gehen - zumindest am 3. März. GLP-Präsident Hector Herzig hält auf Anfrage trocken fest: «Dann sind wir halt allein.» Ganz geschlossen sei die Türe allerdings nicht. Herzig könne sich durchaus vorstellen, dass die «starke Mitte» insbesondere bei den Legislativwahlen 2015 wieder vereint wird.

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