Nationalratswahlen

Baselbieter CVP nominiert potenziellen Präsidenten-Nachfolger

Überraschungskandidat Silvio Fareri wird an der Parteiversammlung in Liestal von der amtierenden CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ins Kreuzverhör genommen.

CVP Baselland nominiert Nationalratsliste

Überraschungskandidat Silvio Fareri wird an der Parteiversammlung in Liestal von der amtierenden CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ins Kreuzverhör genommen.

Die Baselbieter CVP hat am Mittwochabend in Liestal ihre beiden Nationalratslisten für die Wahlen im Herbst offiziell abgesegnet. Ein Name auf der Hauptliste fällt besonders auf.

Der Parteivorstand der Baselbieter CVP hat gleich selbst einen starken Hinweis darauf gegeben, wer der Nachfolger der bald scheidenden Parteipräsidentin Brigitte Müller werden könnte. An der Parteiversammlung am Mittwochabend in Liestal wurde der 30-jährige Prattler Silvio Fareri auf der CVP-Hauptliste zum offiziellen Nationalratskandidaten gekürt. Bereits am Morgen hatte die bz Fareris Interesse am höchsten Kantonalparteiamt bekannt gemacht.

Ausser dem öffentlich eher unbekannten Jungpolitiker sind bisher keine anderen Anwärter auf die Müller-Nachfolge ins Spiel gebracht worden. Ebenso wenig gab es an der Parteiversammlung in Liestal irgendwelche offiziellen oder inoffiziellen Wortmeldungen zum Thema. Es ist davon auszugehen, dass unter normalen Umständen Fareri keine Chance gehabt hätte, auf die Hauptliste zu kommen. Als künftiger Parteipräsident mit entsprechend grosser Medienpräsenz könnte er jedoch gerade bei Jungwählerinnen und -wählern sowie der eher bürgerlich ausgerichteten Mitte-Wählerschaft wertvolle Stimmen holen.

Silvio Fareri bestätigte nach seiner Nominierung gegenüber der bz, dass er vom Parteivorstand kurzfristig für dieses Amt angefragt worden war und angesichts seiner persönlichen Ambitionen gerne zugesagt hat. Der Entscheid über die Neubesetzung des Präsidiums fällt an der CVP-Baselland-Generalversammlung vom 2. Mai.

CVP mit zwei Listen

Im Beisein von CVP-Schweiz-Präsident Gerhard Pfister stellte Brigitte Müller am Nominationsparteitag zwei Listen vor, mit denen die Baselbieter Christdemokraten im Herbst den Sitz der Bisherigen Elisabeth Schneider-Schneiter verteidigen wollen. Auf der Hauptliste figurieren neben Schneider-Schneiter und Fareri noch Oberdorfs Gemeindepräsident Piero Grumelli, der Röschenzer Gemeindepräsident Remo Oser, der Prattler Gemeinderat Emanuel Trueb sowie die beiden soeben wiedergewählten Landräte Felix Keller (Allschwil) und Beatrix von Sury (Reinach).

Mit sechs jungen Kandidatinnen und Kandidaten in der Unterlistenverbindung sollen zudem zusätzliche Parteistimmen gesichert werden; idealerweise nochmals im Umfang jener rund 4600, welche die Junge-CVP-Liste an den Wahlen 2015 zu den 50'800 Parteistimmen der Hauptliste und somit zur damaligen Wiederwahl von Schneider-Schneiter beigetragen hatte.

Mit der soeben in Binningen neu als Landrätin gewählten Parteisekretärin Patricia Bräutigam, der Münchensteiner Advokatin Nadja Lüthi und Julia Schneider, der Tochter der Nationalrätin aus Biel-Benken, kann die CVP für eine junge Liste überdurchschnittlich zugkräftige Namen in den Wahlkampf schicken. Ergänzt werden diese durch die bisher wenig bekannten Nachwuchspolitiker Norbey Huber, Eduard Mugaj und Marc Muro.

Der siebte Junge-Listenplatz ist leer geblieben und kann noch vergeben werden. Ein Schelm, wer denkt, dass bis kurz vor dem CVP-Nominationsparteitag dort der Name von Silvio Fareri stand.

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