In orangefarbenen T-Shirts und mit Luftballons zogen gemäss Mitteilung rund 100 Mitglieder und Sympathisanten der CVP-Familie durchs Stedtli. Von weitem sahen sie ein bisschen aus wie Fans der holländischen Fussballnationalmannschaft. An der Spitze des Zuges marschierten CVP-Schweiz-Chef Gerhard Pfister zusammen mit den prominentesten Baselbieter Vertretern der Partei: Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, Regierungsrat Anton Lauber sowie Kantonalpräsidentin Brigitte Müller-Kaderli.

Bei den Landratswahlen vom 31. März 2019 strebt die CVP zehn Sitze an, das wären zwei mehr als bisher, wie Parteichefin Müller dem Nachrichtenportal Onlinereports sagte. Bei den gleichzeitig stattfindenden Regierungswahlen tritt Finanzdirektor Anton Lauber erneut an - und wird höchstwahrscheinlich mit einem guten bis sehr guten Resultat im Amt bestätigt. Bei den Nationalratswahlen im Herbst will dann auch Elisabeth Schneider-Schneiter wiedergewählt werden. Dank einer Listenverbindung mit den Mitte-Parteien BDP und GLP dürfte ihr Sitz gesichert sein.

Rechtsbürgerliche Kritiker nicht da

Anlässlich des locker-festlichen Wahlkampfauftakts versprühte Parteichef Pfister Optimismus und sprach den kantonalen CVP-Kandidierenden Mut zu. Der Anlass dürfte insbesondere Kantonalpräsidentin Müller-Kaderli gut getan haben. Sie sah sich zuletzt wegen der Zusammenarbeit im bürgerlichen Lager mit inneren Flügelkämpfen und Kritik konfrontiert. Dies auch, weil sich Müller öffentlich gegen die Unterstützung von SVP-Regierungskandidat Thomas de Courten durch die CVP aussprach, der seinerseits gemeinsam mit CVP-Magistrat Lauber von den Wahlplakaten lächeln wird.

Am 18. Oktober wird die CVP an ihrem Parteitag entscheiden, ob und welche Regierungskandidierenden neben Lauber offiziell unterstützt werden. Allerdings: am Festumzug durchs Liestaler Stedtli waren die rechtsbürgerlichen Kritiker der Präsidentin nicht zugegen. War das bereits ein Hinweis auf die Mehrheitsverhältnisse in der Baselbieter CVP?