In seinem Brislacher Heim erinnert eine wunderschöne Rose Adjutant Unteroffizier Daniel Marti an den unvergesslichen Kochauftritt seines Swiss Armed Forces Culinary Team SACT an der Olympiade der Köche. «Es ist die Rose der Schweizer Illustrierten (SI) für unser erfolgreiches Team», freut sich Marti über die Rose und die in Form von militärisch knappen Zeilen überreichten Blumen.

Fast wörtlich ist da in der SI zu lesen vom «Überraschungsangriff mit Lachsvariationen, dem Hauptvorstoss mittels Poularde und der gegnerischen Kapitulation angesichts der Schweizer Schokoladen-Passionsfruchtmousse-Terrine mit Himbeersorbet und lauwarmem Himbeerküchlein».

Solche von der üblichen «Suppe mit Spatz» oder den «Panzerkäse-Schnitten» weit entfernten Köstlichkeiten müssen auch Radio DRS 1 Eindruck gemacht haben. Denn Teamchef Marti war nach dem Olympiasieg seines Schweizer Militärteams von Anfang Oktober in Erfurt (D) - notabene dem zweiten nach 2008 - Morgengast im Zürcher Radiostudio. «Es war für mich sehr professionell, spannend und sympathisch», sagt Marti zu seinem Radioauftritt, in dem er neben den üblichen Morgen-Fragen auch solche zu seinem schönen Baselbieter Wohnort Brislach beantwortet habe.

Vom Koch zum Küchenchef

Eigentlich hatte der im benachbarten solothurnischen Breitenbach aufgewachsene Daniel während der Bezirksschule eine besondere Neigung zur Mathematik und zu gestalterischen und technischen Berufen gezeigt. «Doch die Schnupperlehren haben mich nicht überzeugt», begründet der heute 39-Jährige seine Zuwendung zum Beruf des Kochs. Er habe seit dem Hantieren am Pfadi-Kochkessel das Kreative dieses Berufs schätzen gelernt. «Es war nämlich kein momentaner Floh, wie man zuhause glaubte», blickt der heutige Militär-Ausbilder und eidgenössisch diplomierte Küchenchef mit Befriedigung zurück.

Seit 2003 ist Marti Mitglied im Swiss Armed Forces Culinary Team. «Der Weg vom Helfer zum Teamchef war mit zwei Olympiasiegen und einem Vizeweltmeistertitel gepflastert», strahlt der in Thun tätige Berufs-Unteroffizier.

Seine Arbeit im Team und in der Ausbildung des Militärküchenchef-Nachwuchses macht ihm sichtlich Spass. Natürlich steht er, wenn immer möglich, für seine Partnerin Denise am Herd und überrascht sie und Freunde immer wieder mit schmackhaften Kreationen. Als Baselbieter schätzt Marti auch die einheimischen Produkte und die regionalen Weine, ist aber auch den Gewächsen aus Italien nicht abgeneigt. «So wie diesen hier», schmunzelt der Olympiasieger und zeigt auf einen mit einer Goldmedaille behängten Ornellaia-Wein, ein spezielles Olympia-Geschenk von Freunden.