Baselbiet

Baselbieter Polizei ist auf der Suche nach Aspiranten

Polizei Baselland sucht neue Gesichter.

Polizei Baselland sucht neue Gesichter.

Die Baselbieter Polizei führte in der Kaserne Liestal einen Informationsabend über die Ausbildung zum Polizisten durch. Vor allem Männer waren unter den Interessierten.

Gemäss Kurt Gysin, Leiter Grundausbildung, ist die Baselbieter Polizei «auf der Suche nach Nachwuchs». Mediensprecher Meinrad Stöcklin präzisiert: «Akut ist der Nachwuchsmangel nicht, der Zulauf könnte aber besser sein.» Laut Stöcklin hat sich die Zahl der Aspiranten in den letzten Jahren bei ungefähr 20 eingependelt. «Das sind ungefähr acht bis zwölf Aspiranten pro Lehrgang.» Die Durchfallquote sei dabei sehr gering, «bei den zwei letzten Lehrgängen haben alle bestanden». Mit Informationsanlässen wie diesen Dienstag - pro Jahr finden rund drei statt - wolle die Polizei die Chance auf gute Bewerber verbessern, erläutert Gysin.

Nach dem Einstieg mit dem stimmigen Image-Film der Baselbieter Polizei präsentiert Gysin den abwechslungsreichen Ablauf der Ausbildung. Angehende Polizisten schwimmen im Rhein, absolvieren Schiessübungen, lernen Selbstverteidigung, seilen sich ab, löschen Feuer oder üben Auto fahren in Extremsituationen.

Hohe Anforderungen

Gysin stellt dabei klar, dass die Polizei hohe Anforderungen an künftige Angestellte habe. Aufnahmebedingungen sind neben dem Schweizer Bürgerrecht unter anderem eine abgeschlossene Berufslehre oder eine gleichwertige Ausbildung. «Der optimale Bewerber ist Mitte 20 und hat auch schon Berufserfahrung», erläutert er. Bewerber unterzieht die Polizei einer Theorie- und einer Sportprüfung sowie einem Eignungsgespräch. Erst danach können sie die rund zweijährige Ausbildung beginnen - und dabei während 34 Wochen die interkantonale Polizeischule in Hitzkirch (Luzern) besuchen. Mit den strengen Aufnahmebedingungen und Tests will die Polizei nicht abschrecken, betont Gysin. «Wir suchen den durchschnittlichen, gesunden Bewerber» Er fügt dann aber an: «Um die Belastungen tragen zu können, muss man geistig und körperlich fit sein.»


Die Anwesenden sind beeindruckt, viele scheinen sich bereits intensiv mit dem Gedanken befasst zu haben, Polizist zu werden. Die Fragen aus dem Plenum sind denn auch meist praktischer Natur. Einer will beispielsweise wissen, ob er als Polizeianwärter keine Wiederholungskurse im Militär mehr machen müsse, ein anderer fragt, wie schwer denn die Reckstange sei, die es in der Sportprüfung zu stemmen gilt.

Entgegen den Klischees

Dass aber nicht nur 25-jährige, muskelbepackte Männer zur Polizei möchten, zeigt das Beispiel von Katha Hasler aus Liestal. Die 30-Jährige will mit ihrer roten Strickmütze nicht recht ins Klischee der Polizistin passen. Die zweifache Mutter, ihre Kinder sind sechs und zweieinhalb Jahre alt, ist auf der Suche nach einer Neuausrichtung. «Zur Polizei zu gehen ist kein Kinderwunsch von mir; sie hat mich aber schon immer sehr interessiert. Besonders wegen des Umgangs mit Menschen, denen man als Polizistin sehr nahe ist.» Welche Abteilung sie bevorzugen würde, weiss sie noch nicht genau.

Den Gefahren des Polizeiberufs sei sie sich bewusst. «Das habe ich mir auch schon überlegt.» Gefährlich sei es aber vor allem beim Einsatz auf der Strasse. «Ich würde die interne Arbeit deshalb vorziehen.» Dass sie nicht dem Klischee-Bild der Polizei entspricht, begrüsst sie. «Ich finde es gut, wenn dieses Bild aufgehoben wird. Vielleicht würde ein bisschen frischer Wind guttun.»
Nach dem Anlass spricht Katha Hasler mit einigen Polizisten. Sie möchte herausfinden, ob die Polizeischule in Hitzkirch mit dem Engagement für die Familie vereinbar ist.
«Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Polizei ein sehr traditionelles und in meinen Augen ein veraltetes Familienbild hat», bemerkt sie. «Der Mann arbeitet oder macht die Ausbildung, und die Frau ist zuhause. Andernfalls haben Aspirantinnen einfach keine Kinder.»

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