Energie

Baselbieter Regierung krebst bei Solaranlagen-Bewilligungen zurück

Solaranlagen sollen im Baselbiet in Kernzonen nicht überall gebaut werden dürfen. Im Bild: Bau einer Anlage in Sevelen

Solaranlagen sollen im Baselbiet in Kernzonen nicht überall gebaut werden dürfen. Im Bild: Bau einer Anlage in Sevelen

Die Baselbieter Regierung kommt bei der Zulassung von Solaranlagen in Ortskernen den Gemeinden entgegen:Anlagen sollen in Kernzonen nur auf Nebenbauten möglich sein. Im übrigen sollen Gemeinden selbst über das Ausmass der Liberalisierung befinden.

Die Vernehmlassungsergebnisse zu ihrer ersten Vorlage hätten sie «bewogen, die ursprüngliche Landratsvorlage betreffend Solaranlagen in Kernzonen grundlegend zu überarbeiten», heisst es in einer Regierungsmitteilung vom Dienstag. Die ursprüngliche Vorlage war im März 2009 in die dreimonatige Vernehmlassung gegeben worden.

Damals schlug die Regierung vor, Solaranlagen in Ortskernen von lokaler und regionaler Bedeutung auf sämtlichen Bauten zuzulassen; ausgenommen bleiben sollten denkmalgeschützte Bauten und deren Umgebung sowie Ortskerne von nationaler Bedeutung. Inzwischen beantragt die Regierung dem Landrat ein differenziertes Vorgehen.

Ortsbild nicht beeinträchtigen

So sollen nun Photovoltaikanlagen in Kernzonen auf Nebengebäuden zulässig sein, wenn sie nur wenig einsehbar sind und das Ortsbild nicht beeinträchtigen. Über den Grad der Liberalisierung sollen die Gemeinden indes selbst entscheiden können, indem sie im Ortskern zwei unterschiedlich abgestufte «Solarzonen» festlegen können.

Damit könne die Zulassung von Solaranlagen in Kernzonen, wie in der Vernehmlassung gewünscht, differenziert festgelegt werden, schreibt die Regierung. Von der Lockerung ausgeschlossen blieben derweil Photovoltaikanlagen auf Hauptbauten. Denn - anders als thermische Solaranlagen - seien diese nicht an den Standort gebunden.

Schon heute liberale Praxis

Die jetzige Vorlage stütze sich auf die Vernehmlassungsresultate und schütze jene Gemeinden, die keine weit gehende Lockerung wollten, heisst es weiter. Sie sei zusammen mit Delegierten des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) erarbeitet und von diesen als praxistauglich eingestuft und mitgetragen worden.

Die Bewilligungspraxis im Baselbiet sei schon heute vergleichsweise liberal: Seit 1998 brauche es überhaupt nur noch in Kernzonen sowie bei Quartier- und Überbauungsplänen eine Bewilligung. Zur ersten Vorlage von 2009 geführt hatte ein Streit um eine ohne die nötige Bewilligung gebaute Solaranlage in der Gemeinde Blauen. (sda/rsn))

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