Der Baselbieter Kulturdirektor Urs Wüthrich (SP) hat die Schlacht verloren, das Theater Basel bekommt nicht mehr Geld von Baselland. «Ich persönlich bedaure diesen Entscheid sehr, sonst wäre ich auch nicht mit diesem Antrag angetreten und hätte ihn nicht mit viel Herzblut verteidigt», gibt er betreten zu Protokoll, nachdem ihm seine Regierungsratskollegen 1,4 Millionen Franken zusätzliche Mittel für das Theater verweigert haben. Der gestrige Entscheid sei nach einer «sehr sorgfältigen, sehr intensiven Diskussion» gefallen. «Das ist aber natürlich kein Trost für das Theater und ändert auch nichts an meiner Enttäuschung.»

Enttäuscht ist auch der Basler Regierungspräsident Guy Morin (Grüne) darüber, dass das Baselbiet weiterhin nur 4,5 Millionen Franken jährlich ans Theater bezahlen wird, das sich die Stadt 50 Millionen kosten lässt. «Das wäre ein kleiner Schritt gewesen, um Ausgleich zu schaffen angesichts dessen, dass gleich viele Besucher aus Baselland wie aus Basel-Stadt kommen.»

Theater braucht Stabilität

Morin hatte im Vorfeld des Entscheids deutlich gemacht, dass er von Baselland eine Beitragserhöhung erwartet. Dass gegenüber der bz am Montag Landräte angetönt hatten, sie könnten über Budgetpostulate versuchen, die Mittel doch freizumachen, ändert für Morin wenig: «Ich muss dem Grossen Rat ein nachhaltiges Budget vorlegen. Da nützt mir ein Postulat nichts, das nur ein Jahr wirksam ist und wo man von Jahr zu Jahr abwarten müsste, ob es nun eingereicht und angenommen wird.» Für Wüthrich steht im Zentrum, dass der neue Theaterdirektor Andreas Beck nun mit engen finanziellen Rahmenbedingungen leben muss. «Ich finde, man hätte ihm diese finanziellen Möglichkeiten geben müssen.»

Basel wird nicht einspringen

Theater-Verwaltungsratspräsident Samuel Holzach hatte noch am Montag in der bz gehofft, dass Basel-Stadt eventuell die 1,4 Millionen aus Baselland übernehmen könne. Dem erteilt Morin nun eine klare Abfuhr: «Das wäre ein falsches Signal. Ausserdem ist es sehr unrealistisch anzunehmen, dass ich mit dieser Forderung im Grossen Rat eine Chance hätte.» Das Theater müsse nun mit dem Geld auskommen, das es habe. «Wir werden in den nächsten Tagen mit dem Theater die Subventionsverhandlungen führen und sehen, was machbar ist.» Die Partnerschaft der beiden Basel sehen weder Morin noch Wüthrich durch den Entscheid nachhaltig gefährdet.

Klare Worte kommen vom scheidenden Theaterdirektor Georges Delnon: «Dieser Entscheid ist ein katastrophaler Entscheid aus Sicht des Theater Basel.» Im Hinblick auf den Intendantenwechsel wäre «ein deutliches, verantwortungsbewusstes Zeichen der Baselbieter Regierung pro Theater wichtig gewesen.»