Nationalrat

Baselbieter SP-Frauen wittern ihre Chance

In der Überzahl und äusserst zuversichtlich: Vor dem Regierungsgebäude posieren die SP-Nationalratskandidatinnen Desirée Jaun, Sabine Asprion, Sandra Strüby, Miriam Locher und Samira Marti (bisher, von links)

In der Überzahl und äusserst zuversichtlich: Vor dem Regierungsgebäude posieren die SP-Nationalratskandidatinnen Desirée Jaun, Sabine Asprion, Sandra Strüby, Miriam Locher und Samira Marti (bisher, von links)

Neben der Bisherigen Samira Marti drängt eine zweite Baselbieter Genossin in den Nationalrat.

Einem Mann sei Dank. Wenn SP-Nationalrat Eric Nussbaumer die Wahl in den Ständerat schafft, könnten erstmals in der Geschichte zwei Frauen für die Baselbieter SP in den Nationalrat einziehen: Dafür spricht alleine schon die weibliche Übermacht auf der Kandidatenliste, welche Kantonalpräsident Adil Koller gestern in Liestal präsentiert hat. Neben Nussbaumer ist der Allschwiler Land- und Einwohnerrat Andreas Bammatter der einzige andere männliche SP-Kandidat.

Für die Laufner Stadträtin Sabine Asprion, die einzige Nicht-Landrätin im Quintett der Nicht-Bisherigen, stellt diese Ausgangslage einen besonderen Anreiz im Wahlkampf dar: «Mich jedenfalls motiviert die Aussicht sehr, nicht nur als Stimmenzuträgerin zu dienen, sondern selber eine Wahlchance zu besitzen.» Dafür wirft Asprion ihre Expertise in der naturschonenden Raumplanung in die Waagschale. Nationalrätin Samira Marti (Ziefen) will ihren im vergangenen Dezember von Susanne Leutenegger Oberholzer übernommenen Sitz mit einem auf die Klimapolitik ausgerichteten Wahlkampf verteidigen. Sie verweist auf ihre Vorstösse, die sie bereits zum Thema Klimaschutz im Nationalrat eingereicht hat.

Zentrale Doppelrolle von Eric Nussbaumer

Neben der stark feministischen Ausprägung ihrer Nationalratsliste hat die SP besonderen Wert auf die gleichmässige Abdeckung der wichtigsten Wahlkampfthemen gelegt. Für Miriam Locher (Münchenstein), die SP-Fraktionschefin im Landrat, steht eindeutig die Gleichstellungspolitik im Vordergrund. Die Birsfelder Landrätin Desirée Jaun hat sich auf die Auswirkungen der steigenden Krankenkassenprämien und Gesundheitskosten spezialisiert.

Landrätin Sandra Strüby-Schaub (Buckten) schliesslich setzt sich ganz besonders für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Bammatter seinerseits sieht seine politischen Schwerpunkte im generationenübergreifenden Zusammenleben und der besseren Anerkennung von Freiwilligenarbeit.

Geht man davon aus, dass Marti als Bisherige ihren Sitz verteidigen kann, fällt Nussbaumer eine zentrale Doppelrolle zu: Sich nicht nur im Ringen um den Ständeratssitz gegen die starken Konkurrentinnen Maya Graf (Grüne), Daniela Schneeberger (FDP) und Elisabeth Augstburger (EVP) durchzusetzen, sondern auch als Stimmenlieferant für die beiden Nationalratssitze zu dienen. Für deren Verteidigung strebt die SP einen Stimmenanteil von 24,5 Prozent (2015: 22,2 %) an. Umso schwieriger ist es dafür, hinter den beiden Bisherigen jemandem die Favoritenrolle für den Platz der Nachrückenden zuzuschanzen.

Die Stichworte zu Nussbaumers persönlichem Wahlkampf lauten «schnelle Umsetzung guter Verkehrsanbindungen», «Exportsicherheit dank EU-Rahmenabkommen», «Bildungspolitik» und «weniger Ressourcenverbrauch dank gezielter Clusterbildung in der Wirtschaftsförderung». Adil Koller geht davon aus, dass in einem zweiten Wahlgang in der Ständeratswahl die Linke mit jener Person antreten wird, die im ersten mehr Stimmen macht. Natürlich hofft Koller, dass dies «sein Mann» Nussbaumer ist, und nicht die Grüne Graf.

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