Regierungswahl

Baselbieter SP unterstützt Thomi Jourdan mit 10000 Franken

EVP-Kandidat Thomi Jourdan wird von der SP mit 10'000 Franken im Wahlkampf unterstützt.

EVP-Kandidat Thomi Jourdan wird von der SP mit 10'000 Franken im Wahlkampf unterstützt.

Bis gestern hatte Thomi Jourdan zwar die Geschäftsleitung der Baselbieter SP hinter sich – nicht aber die Basis. Dies ist nun anders. Mit 65 zu 10 Stimmen folgten die Delegierten der Geschäftsleitung. Zudem unterstützen sie Jourdans Wahlkampf mit 10'000 Franken.

Der EVP-Kandidat für die Ersatzwahl in den Regierungsrat vom 9. Juni überzeugte die Delegierten auf dem Podium im Liestaler Martinshof mehr als Anton Lauber von der CVP. Es wurde aber auch klar, dass sich die beiden inhaltlich in vielen Punkten einig sind. Allerdings brachte die anschliessende Plenumsdiskussion – nachdem die beiden Kontrahenten bereits zum nächsten Hearing der GLP weitergezogen waren – zutage, was sich im Vorfeld bereits abgezeichnet hatte: Unzufrieden sind vor allem die Befürworter einer Frauen-Kandidatur. Allen voran Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer: «Ich bin nicht mehr bereit, zwischen zwei Männern zu wählen», rief sie aus und unterstützte den Antrag von Landrätin Pia Fankhauser auf Stimmfreigabe. Dieser erlitt jedoch bei nur 14 Ja-Stimmen Schiffbruch.

Gegen eine Stimmfreigabe setzte sich vor allem das Argument durch, damit ein falsches Signal zu setzen. Denn: «Die Wählerinnen und Wähler erwarten von einer starken Partei eine klare Haltung», sagte Landrat Hannes Schweizer. Was aber auch auffiel, war, dass kaum jemand Jourdan als perfekten Kandidaten lobte. Viel mehr schien seine Unterstützung für viele jene des kleineren Übels zu sein. Gerade Jourdans Marktorientierung als Ökonom wurde mehrfach kritisiert. So obsiegten am Ende die taktischen Überlegungen der Geschäftsleitung um Präsident Martin Rüegg: «Der Verzicht auf eine eigene Kandidatur ist ein Akt der Vernunft. Nur ein Mitte-Kandidat hat gegen Lauber eine Chance.» Zudem wolle die SP gemäss Rüegg nun auf lange Sicht mit der EVP zusammenarbeiten.

GLP beschliesst Stimmfreigabe

Kaum hatte sich der EVP-Kandidat die Unterstützung der SP geholt, musste er in Liestal ein Haus weiter «eine weit schwierigere Herausforderung meistern», wie Jourdan die Mitgliederversammlung der GLP einstufte. Tatsächlich wurde er hier zusammen mit seinem Kontrahenten von GLP-Landrat Gerhard Schafroth auf Herz und Nieren geprüft. Im Zentrum stand die Finanzpolitik, die Pensionskassensanierung und die kantonale Wirtschaftsoffensive. Jourdan gab sich zudem Mühe, das Klischee des verbohrten EVPlers abzustreifen – was Sexualmoral oder aktive Sterbehilfe angeht, sei er eher gelassen. Ganz für sich konnte er das Publikum damit nicht gewinnen. Die GLP beschloss schliesslich Stimmfreigabe für die Regierungswahlen. (mn/lsi)

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