Baselland

Baselbieter Strafgericht: Hochstapler muss ins Gefängnis

Das Strafjustizzentrum in Muttenz.

Das Strafjustizzentrum in Muttenz.

Ein arbeitsloser 50-Jähriger gaukelte Frauen Reichtum vor. Dabei betrog er sie und versteckte seine Schulden. Seiner Partnerin macht er jahrelang das Leben zur Hölle. Nun wurde der Hochstapler verurteilt.

Wenn es nicht um schwere Gewalt geht, vermeiden die Strafgerichte normalerweise unbedingte Freiheitsstrafen – insbesondere dann, wenn der Angeklagte inzwischen wieder einer Arbeit nachgeht.

Doch im Falle des 50-jährigen Hochstaplers (bz berichtete) sah das Baselbieter Strafgericht keinen anderen Weg: Es verdonnerte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten. Dazu kamen noch 20 Tage wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz. Er kann das Urteil noch ans Kantonsgericht weiterziehen.

Angenehmes Leben dank Lügengeschichten

Das hohe Strafmass liegt vor allem an der Einstufung seiner Delinquenz als gewerbsmässig: Er konnte dank der Lügengeschichten ohne Einschränkungen die Bankkarten seiner Freundinnen benutzen und sich so einen angenehmen Lebensstandard leisten.

Das Dreiergericht fällte gestern Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, wegen unrechtmässiger Aneignung sowie versuchter und vollendeter Nötigung.

Er habe auf die damalige Freundin in Reinach massiv Druck aufgesetzt, sie eingeschüchtert und ihr gedroht, betonte Gerichtspräsident Beat Schmidli. Zudem sei er handgreiflich und verbal aggressiv geworden.

Gericht glaubte der Frau

Der Mann hatte teilweise ein Geständnis abgelegt, insbesondere aber die Vorwürfe der zweiten Ex-Freundin bestritten. Das Gericht hingegen glaubte der Frau. Schmidli betonte, die Aussagen seien in vielen Punkten auffallend deckungsgleich mit dem, was die erste Ex-Freundin erzählt habe. Der Verurteilte muss den Frauen 4000 und 2000 Franken Genugtuung bezahlen.

In einigen Punkten gab es Freisprüche, meist weil die Vorwürfe bereits verjährt sind. Bei einer Freiheitsstrafe von 31 Monaten wäre eigentlich ein teilbedingter Vollzug möglich, das Gericht sah davon aber ab: Der Gutachter stellte dem Mann eine schlechte Prognose. (rud)

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