Kardiologie

Baselbieter wollen nun doch die Zusammenarbeit mit dem Unispital

Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Ärzte operieren einen Patienten. (Symbolbild)

Das Kantonsspital Baselland wird den Herzkatheter-Vertrag mit dem Unispital Basel doch nicht kündigen, sondern erneuern. Dies auch auf Druck der Leimentaler Hausärzte. So können Baselbieter Herzpatienten wieder im Unispital behandelt werden.

«Es war eine äusserst ergiebige Aussprache», freut sich der Präsident des Ärztevereins Leimental, Erich Planta. Noch vor rund drei Wochen hatte er sich in einem offenen Brief in der bz über die mangelnde Kommunikation der Spitalleitung des Kantonsspitals Baselland (KSBL) beschwert. Er hatte sich zudem besorgt gezeigt, dass der Spitalstandort Bruderholz vernachlässigt werde und die Ärzte nicht in den Entscheidungsprozess mit eingebunden würden.

Am Montag nun lud die Spitalleitung des KSBL zu einem klärenden Gespräch. Verwaltungsratspräsident Dieter Völlmin und Spital-CEO Heinz Schneider sassen mit mehreren Leimentaler Ärzten sowie mit ärztlichen Zuweisenden aus den Notfallkreisen des ganzen Unterbaselbiets an einen Tisch. Planta und seine Kollegen wollten unter anderem wissen, warum der Zusammenarbeitsvertrag mit dem Unispital Basel (USB) für das Herzkatheter-Labor gekündet worden sei. «Reine Vorsorge», hiess es im Gespräch, sämtliche Verträge mit dem Unispital würden derzeit evaluiert. Die Ärzte insistierten aber «und brachten wohl den Verwaltungsratspräsidenten dazu, einzusehen, dass der Kardiologie-Vertrag nicht aufgelöst werden soll». Diesen Eindruck hatte zumindest Planta.

Die Lobbyarbeit wirkte also . Die Leimentaler Ärzte legten ihre Argumente dar, warum es diese Kardiologie-Zusammenarbeit zwischen dem nahegelegenen Bruderholz und dem Unispital braucht. «Nehmen wir einen Herzinfarkt als Beispiel», veranschaulicht Planta, «da geht es um jede Sekunde. Es ist illusorisch, dass die Patienten nach Liestal umgeleitet werden können.» Im gekündigten Herzkatheter-Vertrag ist festgeschrieben, dass Bruderholz-Patienten ins Labor im Unispital geschickt werden können.

Weitere Kooperationen geplant

Christine Frey, Sprecherin des KSBL, bestätigt den Eindruck Plantas: «Es ist geplant, den Vertrag mit dem Unispital Basel per 1. Januar 2014 zu erneuern.» Erstmals verhandelt das fusionierte Kantonsspital über die Verträge mit dem USB. Bis letztes Jahr waren es die Standorte Bruderholz oder Liestal, welche eigene Abkommen mit dem Unispital aushandelten.

Dass sich das KSBL nun für die Zusammenarbeit entschieden hat, wird auch im Unispital begrüsst. «Als wir von der Kündigung des Herzkatheter-Vertrags hörten, brachen wir schliesslich nicht gerade in Jubel aus», formuliert es USB-Sprecher Martin Jordan vorsichtig. «Die Zusammenarbeit für den Herzpatienten hat schliesslich sehr gut funktioniert», fügt Jordans Kollegin Sabina Heuss an. Doch nicht nur das Bekenntnis des KSBL zur Zusammenarbeit in der Kardiologie gibt Anlass zu Hoffnung, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden grössten Spitälern der beiden Basel intensiviert wird. «Es wird auch neue Kooperationsfelder geben», sagt Christine Frey, ohne diese zum jetzigen Zeitpunkt konkretisieren zu wollen. Wenn es um Vertragskündigungen oder Vertragsabschlüsse geht, wird das KSBL sich indes hüten, Alleingänge zu wagen. «Wir haben vereinbart, dass die zuweisenden Ärzte in die rollende Planung mit einbezogen werden», sagt Erich Planta. Der offene Brief, so der Präsident des Ärztevereins Leimental, habe seinen Adressaten gefunden.

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