Frauenanteil

Baselland schickt auf jeden Fall eine Frau in den Ständerat

Erstmals wird mit Sicherheit eine Frau in den Baselbieter Ständerat gewählt. Doch welche wird es sein: Maya Graf (Grüne, Sissach, links) oder Daniela Schneeberger (FDP, Thürnen)?

Erstmals wird mit Sicherheit eine Frau in den Baselbieter Ständerat gewählt. Doch welche wird es sein: Maya Graf (Grüne, Sissach, links) oder Daniela Schneeberger (FDP, Thürnen)?

Der Kanton Basel-Landschaft wird künftig im Ständerat erstmals von einer Frau vertreten. Noch völlig offen ist allerdings, ob die Grüne Maya Graf oder die Freisinnige Daniela Schneeberger das Rennen macht.

Die beiden Nationalrätinnen sind die einzigen Kandidatinnen, die zur Stichwahl vom 24. November antreten. Entschieden wird über die Nachfolge des Sozialdemokraten Claude Janiak, der nach 20 Jahren unter der Bundeshauskuppel nicht mehr angetreten war. Der 71-Jährige politisierte acht Jahre im National- und 12 Jahre im Ständerat.

Dass die Sozialdemokraten den einzigen Baselbieter Ständeratssitz verlieren, war schon am 20. Oktober nach dem ersten Wahlgang klar. SP-Nationalrat Eric Nussbaumer nahm sich aus dem Rennen, nachdem er hinter seinen beiden Konkurrentinnen aus der grossen Kammer auf dem dritten Platz gelandet war. Ihm gleich tat es Elisabeth Augstburger von der EVP, die mit grossem Abstand Rang vier belegt hatte.

Schneeberger im ersten Wahlgang an der Spitze

Das beste Resultat erzielte im ersten Wahlgang FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger mit 26'536 Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgte mit 22'986 Stimmen Maya Graf. 467 Stimmen lag die grüne Nationalrätin vor ihrem SP-Konkurrenten.

Auf den ersten Blick scheint die 57-jährige Sozialarbeiterin und Biobäuerin Maya Graf, die dem Nationalrat seit 2001 angehört und diesen als erste Grüne 2012/13 präsidierte, die besseren Karten zu haben als ihre Gegnerin von der FDP. Denn die SP hat ihr ebenso wie die EVP ihre Unterstützung zugesichert.

Daniela Schneeberger ihrerseits, die seit acht Jahren im Nationalrat politisiert, weiss neben ihrer eigenen Partei auch die SVP hinter sich. Und auch die CVP hat der 52-jährigen Treuhänderin offiziell den Support zugesichert. Allerdings unterstützen diverse CVP-Exponenten Maya Graf. Derweil hat sich die BDP für Schneeberger ausgesprochen, während die GLP mit Stimmfreigabe neutral bleibt.

Ob schliesslich Graf oder Schneeberger das Rennen macht, hängt nicht nur von der Mobilisierung des eigenen Lagers ab. Eine entscheidende Rolle spielt vielmehr auch das Wahlverhalten der politischen Mitte. Beide Kandidatinnen versuchen in ihrem Wahlkampf denn auch, sich in der Mitte beliebt zu machen.

Frauen als Nachrückende

Sollte Graf in den Ständerat gewählt werden, kann sie am 2. Dezember dennoch als amtsälteste Nationalrätin die 51. Legislatur mit einer Rede eröffnen. Da die Vereidigung im Ständerat erst zwei Stunden später stattfindet, sei das kein Problem, hiess es auf Anfrage bei den Parlamentsdiensten.

Ebenso spannend wie für die beiden Ständeratskandidatinnen selbst ist der Wahltermin vom 24. November für die Nachrückenden. Wird Maya Graf in die kleine Kammer gewählt, kann Landrätin Florence Brenzikofer ihren Sitz im Nationalrat übernehmen. Macht Daniela Schneeberger das Rennen, kann Landrätin und Parteipräsidentin Saskia Schenker in den Nationalrat nachrücken.

So oder so wird damit die Baselbieter Nationalratsdeputation weiterhin mehrheitlich aus Frauen bestehen: Von den sieben Sitzen des Kantons Basel-Landschaft in der grossen Kammer werden nur gerade zwei von Männern belegt, fünf dagegen von Frauen. Insgesamt beträgt der Frauenanteil der Baselbieter Deputation im Nationalrat 75 Prozent.

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