Universität

Baselland soll Gaststatus im Hochschulrat erhalten

Christoph Eymann (LDP BS) verzichtet auf Social Media.

Christoph Eymann (LDP BS) verzichtet auf Social Media.

Obwohl der Kanton Basel-Landschaft als Mitträger der Uni Basel Hochschulkanton ist, hat er keinen Sitz im Hochschulrat. Auf Initiative von Basel-Stadt soll der Kanton jetzt Gaststatus erhalten.

Seit der Bund und die Kantone im Hochschulbereich enger zusammenarbeiten, gibt es nur noch ein hochschulpolitisches Organ in der Schweiz: die Hochschulkonferenz. Sie ersetzt den Fachhochschulrat und die Universitätskonferenz. In dieser Hochschulkonferenz behandelt der Hochschulrat Geschäfte, welche die Aufgaben der Hochschulträger betreffen. Er steht unter der Leitung von Bundesrat Johann Schneider-Ammann und tagt viermal im Jahr.

Im Hochschulrat vertreten sind die acht Hochschulkantone Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, das Tessin und Zürich sowie die vier Nicht-Standortkantone Aargau, Jura, das Bündnerland und Schwyz. Nicht vertreten ist der Kanton Basel-Landschaft und dies, obwohl Baselland mehr Geld in Hochschulen investiert als manch anderer Hochschulkanton.

Empörung im Landkanton

Im Baselbiet ist deswegen die Empörung gross. Der Kanton Basel-Stadt hat sich für den Schwesterkanton schon länger eingesetzt. Als Appelle an den Kanton Jura, der Kanton möge doch seinen Sitz zugunsten von Baselland räumen, nicht fruchteten, schrieb Uniratspräsident Ueli Vischer Ende August Bundesrat Schneider-Ammann und bat ihn, er möge darauf hinwirken, dass dem Kanton Basel-Landschaft wenigstens der Gaststatus im Hochschulrat eingeräumt werde.

Laut Christoph Eymann, Erziehungsdirektor von Basel-Stadt (LDP) scheint der Brief zu nützen. «Ich habe den Herrn Bundesrat in einem Mail noch einmal gebeten, sich persönlich der Sache anzunehmen.» Das habe er jetzt offenbar gemacht: «Er hat zurückgeschrieben, dass er die Frage des Gaststatus einbringen wird.» Er, Eymann, sei «zuversichtlich, dass wir da vorwärtskommen.»

Kein Zusammenhang mit Kürzung

Heisst das, dass die Drohung des Landkantons, die Mittel für die Universität Basel um 25 Millionen Franken pro Jahr zu kürzen, bereits Wirkung zeigt? «Nein, auf keinen Fall. Wir sind schon lange vor der angedrohten Kürzung der Unibeiträge um 25 Millionen Franken aktiv geworden», erklärt Eymann. Das erfreuliche Zwischenresultat habe mit den aktuellen Diskussionen wenig zu tun. Probleme bereite ihm diesbezüglich, dass ihn aus dem Landkanton sehr diffuse Signale erreichen würden. «Die Regierung argumentiert mit Finanzen, der Landrat argumentiert mit Inhalten.» Das mache eine konstruktive Diskussion schwierig.

Einmal abgesehen von Prestigefragen – welche Konsequenzen hat es eigentlich für einen Kanton, wenn er nicht im Hochschulrat vertreten ist? «Das ist eine gute Frage», findet Christoph Eymann. Einerseits sei der Hochschulrat ganz objektiv gesehen ein wichtiges Gremium, weil er über verschiedene Projekte in der Hochschulpolitik, über die Geldverteilung und über gewisse Grundlagen in der Bildungspolitik entscheide.

«Andererseits kommen Kantone, die da nicht vertreten sind, auch nicht einfach unter die Räder. Da wird nichts über deren Köpfe hinweg entschieden.» Es sei vis-à-vis dem Kanton Basel-Landschaft trotzdem «eine schreiende Ungerechtigkeit», dass das Baselbiet keinen Sitz habe, sagt Eymann. Ein Gaststatus im Hochschulrat würde dies wenigstens teilweise korrigieren: «Es wäre ein Fuss in der Tür.»

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