Bisher standen im Kanton Baselland auf der Sekundarstufe I lediglich unpersönliche IT-Geräte zur Verfügung, die bei Bedarf genutzt werden konnten. Nun hat die Regierung grünes Licht gegeben für einen Strategiewechsel hin zu persönlichen Tablets, wie die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) am Mittwoch bekannt gab.

Dieser Strategiewechsel sei ein Meilenstein, sagte vor den Medien Christoph Straumann, der bei der Bildungsdirektion für die Informatik zuständig ist. Seinen Angaben gemäss sollen Tablets als «digitale Lernbegleiter» an den Sekundarschulen zum alltäglichen Werkzeug für Schülerinnen und Schüler werden.

Der Schulunterricht soll dabei nicht völlig umgekrempelt werden, hielt Straumann fest. Vielmehr gehe es darum, die didaktischen Möglichkeiten zu erweitern.

Ausgestattet werden die Baselbieter Sekundarschüler mit Tablets von Apple. Die Wahl fiel nach einem im Sommer 2017 gestarteten Test von jeweils zwei bis drei Klassen an insgesamt 14 Sekundarschulen auf das iPad. Alle beteiligten Interessengruppen sprachen sich gemäss der Mitteilung für das Gerät des US-Konzerns aus.

8500 iPads nötig

Das Rennen machte das iPad namentlich wegen seiner Zuverlässigkeit im Betrieb, der einfachen Bedienung und der Breite der im Unterricht zur Verfügung stehenden Anwendungsmöglichkeiten, wie es im Communiqué heisst. Der gesetzliche Bildungsauftrag hätte aber laut der BKSD grundsätzlich mit allen getesteten Varianten erreicht werden können.

Mit der Auslieferung der ersten iPads will die BKSD zu Beginn des Schuljahres 2020/21 bei den ersten Sekundarschulklassen starten. Um sämtliche Schülerinnen und Schüler auszurüsten, braucht es 8500 iPads. Die Nutzungsdauer ist auf drei Jahre angelegt. Danach sollen die Tablets vom Lieferanten wieder zurückgenommen werden.

Der IT-Strategiewechsel betrifft auch die Baselbieter Lehrerschaft, die bisher den privaten Computer für die Schule benutzen musste und dafür pro Jahr mit 200 Franken entschädigt werden. Künftig haben alle Lehrpersonen Anspruch auf einen persönlichen Computer.

Zur Verfügung stellen will die BKSD den Lehrpersonen sogenannte Detachables, mobile Computer also, die sich durch das Entfernen der Tastatur wie Tablets nutzen lassen. Auf diesen Windows-Geräte kann namentlich auch die Schuladministration erledigt werden.

Jene Lehrerinnen und Lehrer, deren Schülerinnen und Schüler mit iPads ausgestattet werden, erhalten für den Unterricht ebenfalls ein solches Tablet. Wenn sie zusätzlich ein Detachable beanspruchen, erhalten sie folglich zwei IT-Geräte. Die Beschaffung sowohl der iPads wie auch der Detachbles muss öffentlich ausgeschrieben werden.

1,8 Millionen Franken pro Jahr

Für die Umsetzung der neuen Strategie mit persönlichen Geräten braucht es laut BKSD keine zusätzlichen Mittel. Gerechnet wird mit jährlichen Kosten von 1,2 Millionen Franken für die Tablets und 600'000 Franken für die Lehrer-Geräte. Die Finanzierung erfolgt über einen vom Landrat längst bewilligten Verpflichtungskredit.

Für das Management der neuen Geräte und den Support ist die BKSD-Informatik zuständig, die bisher 5225 Computer betreute. Weil es künftig mehr als doppelt so viele sein werden, sind zwei neue Stellen vorgesehen. Was den Zugang zum Internet betrifft, verfügen bereits sämtliche Baselbieter Sekundarschulen über ein WLAN.