Todesfall

Baselland trauert um Alt-Regierungsrat Werner Spitteler

Werner Spitteler, alt Gesundheitsdirektor Baselland, ist gestorben.  Tino Briner

Werner Spitteler, alt Gesundheitsdirektor Baselland, ist gestorben. Tino Briner

Der frühere Baselbieter Regierungsrat Werner Spitteler (SVP) ist am Dienstag im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies gab gestern die Landeskanzlei bekannt. Der gelernte Landwirt war von 1982 bis 1994 Mitglied der Exekutive.

Spitteler wuchs in Bennwil auf und ging in Waldenburg zur Schule. Seine Ausbildung absolvierte er an der Landwirtschaftsschule Ebenrain in Sissach. Das erste Regierungsjahr nach seiner Wahl 1982 sei ihm ziemlich schwer gefallen, bekannte er später einmal in einem Interview. Trotz seiner Erfahrung als Verfassungs- und Gemeinderat gehörte das langwierige Dossier-Studium zunächst nicht zu seinen bevorzugten Beschäftigungen. Während seiner zwölf Jahre als Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektor erarbeite sich Spitteler dann aber den Ruf eines ebenso gewissenhaften wie innovativen Magistraten, der nie in Gefahr geriet, seine Bodenhaftung und Volksnähe zu verlieren. Dreimal amtete er als Regierungspräsident.
Rückblickend auf seine drei Amtszeiten befand Spitteler, dass der Beruf des Landwirts ihm gute Voraussetzungen geboten hatte, um Regierungsrat zu werden: Ein Bauer müsse entscheidungsfreudig und flexibel sein. «Ich bin eigentlich vom Traktor herunter nach Liestal gekommen.»

Der ehemalige bz-Chefredaktor Walo Foster beschrieb Spitteler in einem Porträt so: «Als Hauptmann, begeisterter Reiter und Sportflieger war er auch ausserberuflich an rasche Entscheide und an herzhaftes Anpacken gewohnt.»

In Tansania nochmals etwas Neues gewagt

Die politische Aufarbeitung des Brands von Schweizerhalle vom 1. November 1986 und der Bundesgerichtsentscheid von Ende 1988, dass die Laufental-Abstimmung zu wiederholen sei, waren prägende Ereignisse in Spittelers Regierungslaufbahn. Als der Kantonswechsel des Laufentals doch noch im zweiten Anlauf glückte, konnte er den Vollzug in seinem letzten Amtsjahr miterleben.

Nach seinem Rücktritt mit 54 Jahren wollte Werner Spitteler «noch einmal etwas ganz anderes machen». Er siedelte nach Tansania über, heiratete eine Einheimische – aus erster Ehe hatte er fünf Kinder – und verbrachte viele Jahre in Ostafrika. In Tansania engagierte er sich mit Herzblut zugunsten der Bevölkerung, baute eine orthopädische Klinik auf und entwickelte die sogenannte «Uwemba-Pastille» als Mittel gegen Malaria, von der er selber mehrmals betroffen war.

Am Dienstag ist er nach langer Krankheit in seiner Schweizer Heimat friedlich eingeschlafen. Die Abdankungsfeier findet am 25. Oktober um 14 Uhr in der reformierten Kirche in Bennwil statt, wie die Trauerfamilie in der Todesanzeige schreibt.

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