Design

Basler Design holt den roten Punkt

Internationale Preisträger des Red Dot Design Award präsentieren in der Schule für Gestaltung ihre Arbeiten. Die Ausstellung findet bereits zum zweiten Mal in Basel statt.

Was wie ein willkürlich auf einen Karton gesudelter roter Farbklecks erscheint, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als prämiertes Kunstwerk. Es handelt sich um ein Theaterplakat zu William Shakespeares Stück «Romeo und Julia». Auf dem Papier steht der ganze Text geschrieben. Jedes Mal, wenn die Namen der Protagonisten auftauchen, hat der Künstler diese mit rotem Stift miteinander verbunden.

«In der Mitte des Plakats breitet sich ein Blutbad aus», erklärt der Basler Designer Jean Jacques Schaffner. «Das ist die perfekte visuelle Umsetzung eines Themas.» Das fanden denn auch die Juroren, die jedes Jahr den Red Dot Design Award im Bereich Kommunikationsdesign verleihen, und gaben dem Werk den Titel «Grand Prix». «Finally brought together» heisst das Werk, das zurzeit in den Ausstellungsräumen der Schule für Gestaltung ausgehängt ist. Dort nämlich werden bis am 27. April die Arbeiten der Preisträger von Kommunikationsdesign des internationalen Red Dot Design Award präsentiert.

Baselbieter Kantonalbank prämiert

Die Ausstellung findet bereits zum zweiten Mal in Basel statt. Schaffner brachte den international grössten Designwettbewerb von Essen im Jahr 2010 in die Stadt am Rhein. 6300 Bewerber aus aller Welt haben für die diesjährige Prämierung ihre Arbeiten eingeschickt: Neben ideenreichen Plakaten sind originell gestaltete Verpackungskonstruktionen dabei oder gar kreative Geschäftsberichte.

Einige Kunststücke wurden auch in Basel oder im Baselbiet kreiert. So die Verpackung der kleinen «Däfeli» von Sweet Basel. Die Farbenvielfalt und die Kombinationsmöglichkeiten, die der Kunde selber zusammenstellen kann, haben die Juroren überzeugt, sagt Schaffner. Ebenfalls einen «roten Punkt» erhalten hat die Baselbieter Kantonalbank mit ihrem Geschäftsbericht. Die Bindung des Heftes und die Typografie seien besonders, Porträts der Angestellten in Öl gemalt. «Der Award beweist, dass man kein internationaler Konzern sein muss, um für die Arbeiten ausgezeichnet zu werden», sagt Schaffner.

Pandabär spricht die Kinder an

Worauf bei der Verleihung des Preises im Detail geachtet wird, weiss Peter Zec, Leiter des Design Zentrum Nordrhein Westfalen. Er hat schliesslich in den 90er-Jahren den Red Dot Design Award ins Leben gerufen. «Plakate müssen prägnant sein und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.» Zudem sei eine stimmige Gestaltung wichtig. Trockene Geschäftsberichte müssen originell sein und somit vom Standard abweichen. Und beim Verpackungsdesign sei die Funktionalität interessant. «Die Kunden müssen sich angesprochen fühlen.»

Wer auf jeden Fall Kinder anspricht, ist die Herstellerfirma einer Verpackung für Müsli aus Übersee. Ein süsser Pandabär ziert den Karton und blinzelt die Kleinen an, die Ohren ragen aus der Verpackung heraus. Ebenfalls für einen Blickfang – allerdings bei den Erwachsenen – sorgt die deutsche Singlebörse Parship. Auf einem Plakat zu sehen ist ein eigenartig verformter Kochtopf mit einem farblich unpassenden Deckel. Mit diesem Bild möchte die Firma alleinstehenden Männern und Frauen zeigen, dass mit deren Hilfe die ungewöhnlichsten Menschen einen Partner finden.

Von den über 6300 Bewerbern erhielten 2011 nur knapp zehn Prozent den Red Dot Design Award für die Designqualität ihrer Arbeiten. «Zwar bekommen wir jedes Jahr immer mehr Bewerbungen. Wir zeichnen aber jeweils nicht mehr Arbeiten aus. Das heisst, die Selektion wird jeweils härter», betont Peter Zec.

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