Skuba

Basler Studierende fordern mit Petition den Anschluss an Erasmus+

Die Skuba fordert mit einer Petition mehr Klarheit. (Symbolbild)

Die Skuba fordert mit einer Petition mehr Klarheit. (Symbolbild)

Die Studierenden in Basel wollen, dass die Schweiz Mitglied bei Erasmus+ wird und kriegen Rückenwind. Spätestens Ende diesen Jahres muss eine Lösung präsentiert werden.

Es sei «die letzte Chance», heisst es in der E-Mail, welche die Studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba) letzte Woche versendete. Darin die Bitte an die Studierenden, eine Petition an den Bundesrat zu unterstützen. Die Skuba möchte damit den «Druck der Bevölkerung und speziell der Studierenden» auf den Bundesrat erhöhen, um Mitglied des Mobilitätsprogramms Erasmus+ zu werden. Dieses gibt Studierenden in der gesamten EU die Möglichkeit, sich unkompliziert an europäischen Universitäten einzuschreiben.

Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative 2014 gilt für Schweizer Studierende eine Übergangslösung. Diese entspricht gemäss Skuba «nicht dem, was Erasmus+ bietet». So werde eine kleinere Auswahl an Partneruniversitäten geboten, und vor allem sei auch der administrative Aufwand viel grösser.

Spätestens Ende 2020 muss eine Lösung auf den Tisch

Weshalb die Studierenden gerade jetzt beginnen, Druck aufzubauen, ist klar: Die Verhandlungsfrist läuft Ende 2020 ab, da dann das Nachfolgeprogramm von 2021–27 beginnt. Obwohl der Bundesrat bereits 2017 vom Stände- und Nationalrat beauftragt wurde, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, hat sich bisher nichts bewegt.

Die Basler Studierenden werden auch in der Politik gehört. Der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer setzt sich bereits seit dem Rauswurf 2014 für den Wiedereintritt der Schweiz in das Programm ein. Er zeigt sich zuversichtlich und setzt sich weiterhin stark für das Anliegen ein. Er versuche, durch viele Gespräche das Thema auf der bundesrätlichen Agenda nach oben zu bringen.

Eric Nussbaumer, SP-Nationalrat Baselland

«Das Verhalten des Bundesrates ist völlig intransparent.»

«Das Verhalten des Bundesrates ist völlig intransparent.»

Doch das scheint schwierig: «Das derzeitige Verhalten des Bundesrates ist völlig intransparent», kritisiert Nussbaumer. Da bereits eine gesetzliche Grundlage bestehe und das Parlament einen klaren Auftrag gegeben habe, findet Nussbaumer die jetzige Verzögerung ungebührlich. Für Nussbaumer ist klar: «Ein Austritt aus den Verhandlungen wäre eine Kehrtwende in der schweizerischen Bildungspolitik.»

Das Engagement der Studierenden werde auch von der Universität Basel unterstützt, welche die grosse Bedeutung des internationalen Austausches anerkenne, so Mediensprecher Matthias Geering. Auch die Universitätsleitung setze sich für die Vollanbindung der Schweiz ein und sei «in regem Kontakt mit verschiedenen Akteuren in der Bundesverwaltung und in den Parlamenten».

Doch auch mit den über 8500 Unterschriften der Petition, der Unterstützung aus der Politik und vonseiten der Universität bleibt die Zeit knapp – und der Bundesrat unberechenbar.

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