Marc Bürgi, die einzigen beiden BDP-Kantonsräte in Solothurn geben die Partei auf und wechseln zur FDP. Das Ende der Kantonalsektion dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Ist das der Anfang vom Ende Ihrer Partei?

Marc Bürgi: Dass unsere ehemaligen Kollegen im Kanton Solothurn ohne Absprache mit dem kantonalen Vorstand die Partei wechseln, ist unschön. Dass dies auch noch während des Wahlkampfes der BDP in Zürich, Luzern und Baselland geschieht, verärgert mich. Das ist nicht sehr kollegial. Denn beide Kantonsräte waren wiedergewählte BDPler. Sie hätten fairerweise auch einfach zurücktreten können.

Dann hätten nachrückende BDPler sich um aufbauende Politik kümmern können. Mit dem Wechsel zur FDP wird die BDP um zwei ihrer Kantonsratssitze geprellt und damit auch Wähler enttäuscht. Dass zwei amtierende Kantonsräte nicht verstehen, dass es mehr als zwei kantonale und kommunale Gesamterneuerungswahlen braucht, um das Vertrauen von Wählern zu gewinnen und eine Partei nachhaltig aufzubauen, befremdet mich doch sehr. Doch der Anfang vom Ende unserer Partei ist dies sicher nicht.

Tatsache ist aber, dass sich die beiden von der BDP Schweiz im Stich gelassen fühlten und für sich keinerlei Aufstiegschancen mehr sahen. Welche sehen Sie noch für die BDP Baselland? Fühlen Sie sich genügend unterstützt?

Ich persönlich fühle mich für unsere Bedürfnisse, welche wir gegenüber der BDP Schweiz haben, absolut unterstützt und falls notwendig auch getragen. Auch Aufstiegschancen gibt es mehr als genug. Die BDP Baselland hat sich aber auch nie dermassen auf Unterstützung aus Bern verlassen, da wir eine selbstständige Kantonalpartei sind. Die BDP Schweiz hat andere Aufgaben. Parteien wachsen nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Damit eine Partei funktioniert, braucht es kommunale und regionale Sektionen, in denen starke Persönlichkeiten das Vertrauen der Wähler gewinnen. Dazu sind ein klares Programm sowie ein beständiger Kurs notwendig. Dass der Vorwurf gegenüber der BDP Schweiz nun ausgerechnet vom ehemaligen Parteipräsidenten der BDP Solothurn kommt, ist daneben.

Seien wir ehrlich, an dem Tag, an dem Sie keine Zeit oder Lust mehr für die Politik haben, wird es auch die Baselbieter BDP nicht mehr geben. Richtig oder falsch?

Zum Glück falsch. Wir haben aus den Fehlern der Wahlen im 2015 gelernt. Unsere Sektionen im Birstal, Ergolztal, Homburgertal, Leimental, Liestal, Muttenz-Birsfelden und im Waldenburgertal haben es geschafft, sich mit 3 bis 5 Personen in den Vorständen neu zu organisieren. Diese sieben Sektionen sind im Sektionsrat organisiert und werden durch unseren aktuellen Wahlkampfleiter und Vizepräsidenten Dominic C. Frei geführt. Der Sektionsrat leistet die wichtige politische und strukturelle Arbeit. Der kantonale Vorstand wird durch mich geführt, und wir können uns auf die strategische und langfristige Planung konzentrieren. Dies strukturell so aufzubauen, war richtig harte Arbeit. Die BDP Baselland hat den Turnaround geschafft und ist nicht mehr von einer Person wie mir abhängig. Wir sind durch unsere 19 kommunalen Sitze nun tief im Kanton Baselland verwurzelt und wachsen nun von unten nach oben. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Und darauf bin ich sehr stolz.