Pratteln

BDP will Comeback der Mitte

Marc Bürgi, Präsident BDP Baselland.

Marc Bürgi, Präsident BDP Baselland.

Der Baselbieter BDP-Präsident Marc Bürgi erklärt im Interview, was die BDP Schweiz am Samstag im Kuspo will.

Herr Bürgi, wie kommt die BDP Schweiz ausgerechnet auf Pratteln als Tagungsort?

Marc Bürgi: Ich wollte die zweite Delegiertenversammlung 2017 ins Baselbiet holen, weil diese zwei Jahre vor dem nächsten Baselbieter Wahltermin liegt. Die DVs finden im Turnus in den Kantonen statt. Es geht um Medienpräsenz.

Diese haben Sie offenbar nötig, da sie bei den Landratswahlen kalt geduscht wurden.

In diversen Wahlkreisen haben wenige Stimmen gefehlt. So sind wir an fünf Sitzen vorbeigeschrammt und im Landrat von vier auf einen Sitz zusammengekracht. Wir kämpfen, um 2019 wieder eine starke Mitte zu erreichen. Die Links-Rechts-Politik funktioniert seit zwei Jahren nicht, wir haben Stillstand im Baselbiet. Dem wollen wir mit dem nationalen Kompass entgegenwirken, den wir am Samstag präsentieren.

Für eine starke Mitte müsste die CVP wieder aus dem «bürgerlichen» Bündnis ausscheiden.

Diesen Wunsch haben wir platziert, ebenso gegenüber der EVP und der GLP. Die GLP hat bereits Interesse bekundet. Es liegt an der CVP, zu sagen, was sie will. Wir warten nicht mehr bis kurz vor den Wahlen.

Sie sprechen von einem «Kompass der BDP». Ist die Partei bisher orientierungslos?

Nein, es geht um die Strategieplanung.

In welche Richtung?

Zum Inhalt darf ich vor der DV nichts sagen. Da werden wir öffentlich präsentieren, was die BDP in den nächsten Jahren erreichen will.

Sie lassen den Politwissenschaftler Claude Longchamp zur Geschichte der BDP referieren. Haben Sie dazu niemanden aus der Partei?

Ziel ist, jemand Unabhängiges zu fragen. Die BDP ist ja eigentlich weit vor der SVP entstanden, nämlich in Form der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB).

Sie sehen also die BDP als legitime Erbin der BGB?

Korrekt. Unsere Wurzeln reichen weit vor 2009 zurück. Dies wollen wir mit dem BDP Kompass verdeutlichen. Denn Zukunft braucht Herkunft.

Dann wäre die SVP aus Ihrer Sicht ein ausserehelicher Betriebsunfall?

Nein. Sie hat sich einfach in eine Richtung entwickelt, die nicht mehr dem Grundgedanken der BGB – als eine Art fortschrittlicher Freisinn – entspricht.

Sie lassen Laura Zimmermann als Mitglied jener «Operation Libero» auftreten, die als Gegenbewegung zur Durchsetzungsinitiative der SVP entstanden ist. Geht es um Profilierung als Anti-SVP?

Von den 14 Kantonalparteien sind nur drei SVP-Abspaltungen. Alle anderen – auch Baselland – sind Neugründungen. Wir hatten nichts mit der SVP zu tun, müssen uns also nicht abgrenzen. Ein wichtiger Unterschied ist aber, dass wir bei uns keine rassistischen Exponenten dulden. Wir stehen zu den Bilateralen Verträgen, zur Energiestrategie 2050. SVP-Initiativen wie «Keine fremden Richter» werden wir bekämpfen. Wir wollen Stabilität für die Schweiz. Da spielt die SVP mit dem Feuer.

Und was unternimmt die BDP im Baselbiet, um wieder mehr als nur einen Landratssitz zu erobern?

Wir haben in den letzten zwei Jahren die Partei neu strukturiert. Neben dem Vorstand haben wir nun den Parteistab, der aus fünf Gruppen besteht, die den fünf kantonalen Direktionen entsprechen. Diese sind zuständig für Vorstösse, Abstimmungsempfehlungen oder Vernehmlassungen. Auch in den sozialen Medien haben wir uns neu positioniert.

Als Nächstes werden wir uns darauf konzentrieren, in den Sektionen zu wachsen, um dann ab 2018 ein Jahr lang Wahlkampf zu machen.

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