Pläne für den Bahnhof

Befürchtete «Strassenschlucht» bleibt Liestal erspart

Liestals Stadtpräsident Lukas Ott ist erfreut über den Konsens: Dort, wo er steht, soll das neue Verwaltungsgebäude, rechts bis zum «Palazzo» der neue Bahnhof gebaut werden.

Liestals Stadtpräsident Lukas Ott ist erfreut über den Konsens: Dort, wo er steht, soll das neue Verwaltungsgebäude, rechts bis zum «Palazzo» der neue Bahnhof gebaut werden.

SBB, Kanton und Stadt Liestal haben die städtebauliche Studie, die Grundlage für den neuen Liestaler Bahnhof ist, genehmigt. Wichtigste Neuerung: Bahnhofs- und Verwaltungsbau werden getrennt und somit schlanker.

Die SBB, der Kanton Baselland und die Stadt Liestal sind bei ihrer gemeinsamen Planung rund um einen neuen Liestaler Bahnhof einen wichtigen Schritt weiter, wie gestern die SBB mitteilten: Sowohl deren Leiter Development wie diese Woche auch der Regierungs- und der Stadtrat haben die vom Zürcher Planungsbüro «yellow z» erstellte städtebauliche Studie abgesegnet. Diese ist nun nicht nur Grundlage für die weiteren Schritte, den Architekturwettbewerb und die Quartierplanung, sondern sie stellt auch die Weichen am Liestaler Bahnhof neu.

Als SBB und Kanton vor eineinhalb Jahren bekannt gaben, dass der Kanton dereinst mit 540 Mitarbeitern als Ankermieter in den neuen Bahnhof einziehen will, sah dieser in den SBB-Köpfen noch ziemlich anders aus: ein bis zu 190 Meter langes Gebäude mit mehreren Stockwerken, das vom «Palazzo» bis ins Güterareal hinter dem Emma-Herweg-Platz reicht. Davon ist man nun abgekommen. Neu soll es zwei Bauten mit insgesamt 15 000 Quadratmetern Geschossfläche geben – ein neues Bahnhofsgebäude mit Platz für die SBB-Dienstleistungen, Läden, Büro- und Praxisflächen sowie Wohnungen und ein zweites Gebäude für die Kantonsverwaltung. Die SBB würden dafür über hundert Millionen Franken investieren, sagt deren Mediensprecherin Franziska Frey.

Der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott ist froh um diese Planungsänderung: «Je höher und länger der neue Bahnhof ist, desto stärker entsteht auf der Nordseite der Eindruck einer Strassenschlucht. Wir wollen aber keine Schlucht, sondern einen öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität.»

Vorgesehen ist nun ein neues Bahnhofsgebäude, das nicht breiter als das heutige und etwas weniger hoch als die beiden gegenüberliegenden, fünfstöckigen Neubauten der Migros Pensionskasse wird. Ott: «In den Migros-Bauten gibt es auch Wohnungen. Das müssen wir respektieren und können nicht mit einem hohen Bahnhofsklotz diese Wohnungen entwerten.»

Auch bei der Post tut sich was

Das Gebäude für die Kantonsverwaltung soll jetzt neu den Emma-Herweg-Platz auf der westlichen Seite und teilweise auch gegen die Geleise hin umfassen. Es bildet somit den optischen Abschluss des Bahnhofbereichs. Dieser Neubau soll 2020 bezogen werden, während beim neuen Bahnhof der Fahrplan noch nicht so konkret ist, weil er «in Abstimmung mit dem Bauablauf des Vierspurausbaus der SBB-Infrastruktur» erfolgt, wie die SBB wissen lassen. Für Ott wäre es ideal, wenn die beiden Bauten etwa gleichzeitig fertig sind.

Bereits zu laufen begonnen hat die ebenfalls durch «yellow z» betreute Quartierplanung, die Mitte 2016 abgeschlossen sein sollte. Im Frühling wird zudem der Architekturwettbewerb für die konkrete Ausgestaltung der Gebäude gestartet, von dem Ott nicht weniger als «architektonische Referenzobjekte» erwartet. Mit dem bisherigen Verlauf der gemeinsamen Planung mit SBB und Kanton ist der Liestaler Stadtpräsident «hochzufrieden». Der zweijährige Annäherungsprozess sei für alle Parteien eine Erfolgsgeschichte gewesen, sagt Ott. Und das, was jetzt am Entstehen sei am Bahnhof, sei der würdige Abschluss «des urbanen Rückgrats der Stadt Liestal vom Bahnhof bis zum Bücheliplatz». Allerdings fehlt noch ein wichtiges Puzzleteil – das Postareal.

Aber auch hier sind laut Ott in Bälde Neuigkeiten zu erwarten, weil die Post unter Mitwirkung der Stadt Liestal vor kurzem ihre Machbarkeitsstudie abgeschlossen hat. Die Stossrichtung dieser Planung: Es soll ein neues Postgebäude mit unterirdischem Parking entstehen, das nicht nur den Blick, sondern auch eine neue Fussgängerverbindung vom Bahnhof zur Altstadt sowie einen neuen Stadtpark in der Allee ermöglichen wird.

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