Bohrungen

Behörden gehen Geländeabsenkungen in Muttenz auf den Grund

Muttenz Wappen

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Auf Gemeindegebiet von Muttenz werden seismische Untersuchungen und Bohrungen durchgeführt. Damit wollen die Baselbieter Behörden bislang noch nicht restlich erklärbaren Geländeabsenkungen auf den Grund kommen.

In Muttenz werden seit längerer Zeit Dolineneneinstürze und grossflächige Absenkungen beobachtet, wie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) am Dienstag mitteilte. Betroffen seien insbesondere die Gebiete Margelacker, Fröschenegg und Hinterzweien.

Auswertungen von Satellitenradarmessungen haben gemäss der Mitteilung in diesen Gebieten Absenkungen von mehreren Millimetern ergeben. Grössere Schäden an Gebäuden und Infrastrukur seien bisher nicht festgestellt worden, doch hätten die Absenkungen bei Gebäuden zu Rissen oder leichten Verkippungen geführt, heisst es im Communiqué weiter.

Nicht betroffen sind neue Gebäude wie das Strafjustizzentrum. Dort wurde laut BUD bereits beim Bau vorsorglich die Bodenplatte verstärkt, um Schäden durch einen allfälligen Doleneinsturz zu vermeiden.

Grosse Hohlräume

Weshalb es zu den Geländeabsenkungen kommt, ist noch nicht klar. Die Behörden vermuten jedoch einen Zusammenhang mit dem Untergrund, der in Muttenz aus lösungsfähigen Gesteinen und in tiefen Lagen aus Steinsalz besteht. Zirkuliert Wasser in diesen Gesteinen, lösen sich diese langsam auf. Die Folge sind Hohlräume, die mehrere Dezimeter gross sein können, wie Bohrungen gezeigt haben.

Mit den bevorstehenden Untersuchungen wollen die Behörden herausfinden, wieso es zu den Geländesenkungen kommt und mit welchen Massnahmen sich diese reduzieren lassen. Ziel ist es laut BUD, das Risiko für Gebäudeschäden zu minimieren.

Schon heute steht für die BUD fest, dass die Senkungen auf dem Untersuchungsgebiet keinen Zusammenhang mit den Aktivitäten der Schweizer Salinen haben. Diese hätten nie unter dem Siedlungsgebiet von Muttenz Salz gelaugt, heisst es in der Mitteilung.

Vier Etappen
Durchgeführt werden die Untersuchungen in vier Etappen. Zunächst werden die Messlinien der zweidimensionalen seismischen Messungen festgelegt, die im Herbst 2020 durchgeführt werden. Diese Messungen führen kurzfristig ähnlichem Lärm und Vibrationen, wie die Durchfahrt eines Trams.

Als dritte Etappe sollen aufgrund der Ergebnisse der seismischen Messung ein oder zwei Bohrstandorte festgelegt werden, mit denen der Untergrund erschlossen werden soll. Falls nötig, erfolgt in der vierten Etappe eine dreidimensionale seismische Messung.

Parallel zur BUD planen auch die Schweizer Salinen seismischen Untersuchungen, um die sogenannte Salzmächtigkeit in ihrem Konzessionsgebiet zu bestimmen. Da es im Bereich Rütihard zu Überlappungen der Messungen kommt, sind dort gemeinsame Messlinien vorgesehen, wodurch sich Lärm und Vibrationen reduzieren lassen. Die geologischen Daten werden jedoch gemäss Communiqué getrennt ausgewertet.

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