Behindertenhilfe

Beide Basel wollen mit falschen Anreizen aufräumen

Beide Basel wollen Behindertenhilfe neu regeln. (Symbolbild)

Beide Basel wollen Behindertenhilfe neu regeln. (Symbolbild)

Zukünftig werden die beiden Basel den Behinderten bedarfsgerechtere Leistungen zusprechen. Ein entsprechendes Gesetz wurde heute in Liestal in die Vernehmlassung geschickt.

Bisher habe das System falsche Anreize gesetzt, räumten die beiden zuständigen Direktoren Urs Wüthrich (BL) und Christoph Brutschin (BS) ein. Institutionen würden heute unterschiedlich stark profitieren – je nachdem, wie stark behindert ein Klient sei.

Brutschin stellte zwar klar, dass es keinen „Run“ auf gute Risiken gebe – dazu seien die Behinderteninstitutionen „viel zu stark am Menschen“ ausgerichtet, wie der Basler Sozialdirektor betonte. Trotzdem müsse man  vermeiden, dass Personen mit „hohem Assistenzbedarf“ die Institutionen stärker belaste.

Die beiden Basel haben sich das neue Modell in der Ostschweiz abgeschaut. Mit dem Modell „IBB“ (individueller Betreuungsbedarf) werden die Betreuungsleistungen aufgrund der Zuteilung zu einer Bedarfsstufe pauschal abgegolten. Dabei wird nicht nur eine Fachperson zu Rate gezogen, welche die Person einschätzen soll.

Auch die Behinderten selbst sollen zu Wort kommen: Sie sollen mit einer Selbsteinschätzung zu einer idealen Betreuung beitragen können. Das neue System soll nicht zu einem Anstieg der Betreuungskosten für Behinderte führen: Heute liegen die Gesamtkosten für die Behindertenhilfe in den beiden Basel bei 270 Millionen Franken jährlich. 

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