Preistrommeln

Beim Preistrommeln stehen schon vor der Krönung Könige vor der Jury

Beim 36.Regionalen Preistrommeln und Preispfeifen in Sissach duellierten sich 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Mehrzweckhalle Bützenen war dabei Bühne für fantasievolle Kostüme und Larven – und natürlich die neuen Königinnen und Könige.

Vereinzelt traten sie schon als Könige auf die Bühne, bevor die wahren Königinnen und Könige am Abend gekrönt waren. Das Regionale Preistrommeln und Preispfeifen in der Mehrzweckhalle Bützenen in Sissach war neben den akustischen Höchstleistungen auch ein Fest für fantasievolle Kostüme und Larven. Einige von ihnen gab es gleich mehrfach zu sehen: Könige, Doktoranden, Bauarbeiter, Panzerknacker und natürlich die traditionellen Uelis und Waggisse.

Herzlicher Applaus für alle

In der Halle herrschte eine festliche Atmosphäre. Die organisierende «Nuggi Clique» Sissach liess sich einiges einfallen, um Fasnachtsambiance aufkommen zu lassen. An den Turnringen hingen Fasnachtspuppen und eine Trommel, deren Fell wunderbar bemalt wurde. Das Publikum trug seinen Teil zum gelungenen Tag bei. Während der Präsentationen war es zumeist mucksmäuschenstill, danach aber entbrannte ein lauter Applaus. Auch Vorstellungen, in denen es kleine Patzer und Aussetzer gab, wurden herzlich beklatscht. Gegen Abend, als sich die Besten um die Krone duellierten, füllten sich die Sitzbänke nahezu vollständig.

Die Mitglieder der «Nuggi Clique» sorgten für das kulinarische Wohl. Es gab Hörnli mit «Gschnätzlets» und ein grosses Kuchenbuffet. Heiner Bader von der Rotstab Clique Liestal hatte das Zepter in der Hand und sagte als OK-Präsident die auftretenden Tambouren, Pfeiferinnen und Pfeifer an. Diese blieben aber für den Grossteil des Publikums und vor allem für die Jury anonym. Als Identifikation diente einzig die Startnummer. Unter den strengen Augen der Jury holten sie das Maximum aus ihrem Können heraus.

«Es ist aber gar nicht immer so einfach, wirklich mit den Jungen streng zu sein», sagte Stefan Haus aus Langenthal, der die Jungen beim Gruppenwettspiel bewertete. Am Ende gibt es für jede und jeden eine bestimmte Punktzahl, die sich aus der technischen Ausführung, welche am stärksten gewichtet wird, der Rhythmik und Dynamik zusammensetzt. «Wir möchten niemanden schlechtmachen. Unser Ziel ist es, den Teilnehmenden in Worte etwas auf den Weg zu geben, was sie gut machen und was sie noch verbessern müssen.» Haus schätzte in Sissach «die gemütliche Atmosphäre, das Ungezwungene und nicht so Verbissene wie an anderen Preistrommeln und Preispfeifen in der Schweiz».

Junge suchen den Vergleich

Diese gewisse Lockerheit zeigten auch die Jungen. Sie nahmen es mit Grösse, wenn sie sich nicht für den Final qualifizierten. Da dies immer nur fünf schafften, waren dementsprechend viele enttäuscht. So auch Francesco Finazzi von der Fasnachtszunft Ryburg in Möhlin. Der Zwölfjährige war mit seiner Leistung trotzdem zufrieden. Am Preistrommeln nehme er teil, weil er wissen möchte, wo er im Vergleich zu anderen stehe.

Mehr Erfahrung hat sein Cliquenkollege Robin Winkler. Der 15-Jährige mass sich schon am Eidgenössischen und Nordwestschweizer Preistrommeln mit den national Besten. Sein Ziel, einmal Militärtambour zu werden, hat er klar vor Augen. Der 14-jährige Raphael Pfister von der Wurlitzer Clique Zunzgen schaffte es knapp nicht in den Final. Trotzdem hat er das Lachen nicht verloren. «Ich war ja schon viermal im Final. Einmal nicht, ist auch nicht schlimm.» Die Bewertungen der Jury brächten ihn trotzdem weiter. «Ich werde dies mit meinem Instruktor analysieren und das nächste Mal besser darauf achten.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1