UPK Basel

Bekannter Pädophiler kehrt nach Spaziergang nicht mehr zurück

Christoph Egger kehrte nach einem Spaziergang auf dem Klinikareal nicht mehr zurück.

Christoph Egger kehrte nach einem Spaziergang auf dem Klinikareal nicht mehr zurück.

Vor mehreren Tagen kehrte Christoph Egger, ein psychisch kranker Patient in der UPK Basel, nach einem bewilligten Spaziergang auf dem Klinikareal nicht mehr zurück. Da er öffentlich bekannt ist, hofft die Polizei auf Mithilfe aus der Bevölkerung.

Der wohl bekannteste Pädokriminelle der Schweiz ist auf der Flucht: Wie die Kantonspolizei Basel-Stadt und die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) mitteilen, ist Christoph Egger bei einem bewilligten Ausgang auf dem Klinikgelände geflohen. Gemäss den Angaben war er am 12. Februar nicht mehr von seinem Spaziergang zurückgekehrt.

Egger hatte national für Schlagzeilen gesorgt, indem er offen zu seiner pädophilen Neigung stand und sich gegen seine Einweisung in den Medien zur Wehr gesetzt hatte. Seine chemische Kastration ermögliche ihm ein Leben in Freiheit, ohne rückfällig zu werden, argumentierte Egger damals.

Egger sass bereits zwölf Jahre im Gefängnis, weil er Knaben zu Oralsex gezwungen hatte. 2012 war er zu einer stationären Therapie verurteilt worden, nachdem er im Internet Minderjährige zu unzüchtigen Handlungen animiert hatte.

Gemäss dem Leiter der forensischen Abteilung der UPK, Martin Graf, bestehe derzeit keine Gefahr, dass Egger ein Delikt begehe: «Kurz- und mittelfristig sehe ich kein Problem, es würde mich sehr erstaunen, wenn sich Herr Egger hinreissen lassen würde, etwas anzustellen.» Er sei nach wie vor chemisch kastriert und «die Spritzen wirken gut ein Vierteljahr».

Dass Egger sich auf dem nicht eingezäunten Klinikgelände frei habe bewegen können, sei eine «weit fortgeschrittene Lockerung seiner Unterbringung.» Dass er nicht zurückkehrte, überrascht Graf nur mässig: «Das gehört leider zu diesen Störungen dazu, dass die Patienten damit Mühe haben, sich an Auflagen zu halten.» Egger wäre in einer nächsten Stufe freier Ausgang bewilligt worden, ohne zeitliche und räumliche Einschränkungen. Dazu kam es aufgrund seiner Flucht nun nicht. Die Frage ob Egger geheilt sei, verneint Graf: «Es ist wie bei einem Alkoholiker, in einer Krisensituation kann es einen Rückfall geben, es gibt Fälle wo bis zu einem Alter von über 70 Jahren noch neue Taten verübt wurden.»

Hoffnung auf Rückkehr

Die Kantonspolizei fahndet seit dem Verschwinden Eggers nach ihm, der Schritt an die Öffentlichkeit erfolgte aber erst am Montag. Polizeisprecher Andreas Knuchel erklärt dies mit der Hoffnung, dass Egger von sich aus zurückkäme: «Herr Egger hat via Anwalt mit den Strafverfolgungsbehörden brieflichen Kontakt aufgenommen, das weckte die Hoffnung, er würde sich stellen.»

Nun allerdings dränge die Zeit, da Egger sich nicht mehr in Therapie befinde. «Herr Egger ist im letzten Herbst an die breite Öffentlichkeit getreten. Darum besteht die Hoffnung, dass ihn jemand erkennt.» Wer Hinweise über seinen Aufenthaltsort machen kann soll sich an die Notrufnummer 117 wenden. (dre)

Am Montagabend berichtete auch der deutsche Fernsehsender RTL im RTL Magazin Extra über Egger. Das Video dazu kann man sich hier anschauen.

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