Eine Anpassung der Abfahrtszeiten im Grundtakt der Buslinie 70 im Dezember 2017 hatte zur Kritik geführt. Der Kanton hatte die Wendezeit in Reigoldswil verlängert, um den Fahrplan zu stabilisieren. Dadurch gingen jedoch in Liestal ausserhalb der Hauptverkehrszeiten Anschlüsse an die Schnellzüge in Richtung Luzern und Zürich verloren.

Mit der von der Regierung vorgeschlagenen und nun vom Landrat verabschiedeten Lösung wird die Buslinie 71 neu für eine zusätzliche Fahrt von Liestal nach Bubendorf und zurück eingesetzt - ihre Wartezeit am Bahnhof Liestal wird dazu verkürzt. Zwischen Liestal und Bubendorf ergeben sich damit im Grundtakt vier Verbindungen pro Stunde.

Die Taktverdichtung führt zur jährlichen Mehrabgeltungen von 460'000 Franken. Gemäss Landratsvorlage liegt dieser Betrag innerhalb der Rahmenausgabenbewilligung des 8. Generellen Leistungsauftrags (GLA) im öffentlichen Verkehr. Ein Parlamentsbeschluss zur Finanzierung des ÖV-Ausbaus war demnach nicht nötig.

Längerfristig ergibt sich gemäss Landratsvorlage zudem die Möglichkeit, die Standzeit der Buslinie 71 in Reigoldswil für eine Fahrt nach Lauwil zu nutzen. Damit könnte die Buslinie 91 aufgehoben werden, die heute neunmal am Tag von Reigoldswil über Lauwil nach Bretzwil fährt. Bretzwil wird seit Dezember 2014 von der Buslinie 111 bedient, wodurch die Reisezeit nach Liestal verkürzt wurde.

Mit dem Landratsbeschluss schrieb der Landrat am Donnerstag auch ein Postulat aus SP-Kreisen ab, das bessere Anschlüsse verlangt hatte. Ebenso wurde eine entsprechende Petition als Postulat an die Regierung überwiesen und danach gleich abgeschrieben. Die Petition war im April mit über 2000 Unterschriften eingereicht worden.