Konkurs

Betroffenheit in Arisdorf - mit Fensterbauer Ruchti Aerni verschwinden 41 Arbeitsplätze

Ruchti Aerni meldet Konkurs an.

Ruchti Aerni meldet Konkurs an.

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren macht in der Oberbaselbieter Gemeinde ein Produktionsbetrieb dicht. Ein Happy End wie beim ersten Mal scheint diesmal aber nicht in Sicht.

2017 verkaufte die Prattler Aerni AG ihre Fenster- und Metallbausparte an die Thuner Ruchti AG. Nun hat der neue Besitzer Konkurs angemeldet. Der ruinöse Preiskampf im Fensterbaugewerbe habe die Ruchti Aerni AG in die Zahlungsunfähigkeit getrieben, hiess es am Montag seitens der Unternehmensleitung. Am Produktionsstandort an der Hauptstrasse in Arisdorf verschwinden 41 Stellen, da sich kein Investor für die stark defizitäre Fensterbausparte finden liess.

Insgesamt sind vom Konkurs rund 220 Angestellte in Thun, Arisdorf, Oberriet SG und in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje betroffen. Laut Nachrichtenagentur SDA sind allen Angestellten die fälligen Löhne ausbezahlt worden. Ein Teil der Belegschaft könne damit rechnen, bei anderen Fenster- und Metallbauunternehmen unterzukommen; für die sechs Lernenden bestehe Aussicht auf eine Anschlusslösung.

Kaum Auswirkung auf Gemeindefinanzen

Gestern meldete sich an der Hauptnummer der Arisdörfer Filiale nur noch der Telefonbeantworter. In der Oberbaselbieter Gemeinde zeigt man sich von der Konkursnachricht betroffen: «So etwas macht nachdenklich», reagiert Gemeindepräsident Markus Miescher. Vom Ende der Ruchti Aerni AG habe er aus den Medien erfahren. Allerdings würden sich die unmittelbaren Auswirkungen auf die Gemeinde «in engen Grenzen» halten, da Arisdorf nicht der Firmenhauptsitz war und somit der Grossteil der Steuern – wenn überhaupt noch – in den Kanton Bern floss. Auch habe es gemäss Miescher nur vereinzelt Einheimische in der Belegschaft gehabt, die überwiegende Mehrheit seien Pendler gewesen. «Trotzdem ist es für Arisdorf nicht gut, wenn der Gemeindename mit dem Abbau von Arbeitsplätzen in Verbindung gebracht werden muss», stellt der Gemeindepräsident klar.

Bereits 2017 musste in Arisdorf die Knetmaschinenfabrik List schliessen. Von den 70 zunächst betroffenen Arbeitsplätzen konnte jedoch wenige Wochen später rund die Hälfte in die Nachfolgefirma List Technology AG überführt werden. Diese ist noch heute in Arisdorf tätig.

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