Einwohnerrat Binningen

Binningen stoppt Veloweg-Projekt

Binningen will keinen Veloweg. (Symbolbild)

Binningen will keinen Veloweg. (Symbolbild)

Der Umbau sollte eigentlich nächsten Herbst beginnen. Eine knappe Mehrheit des Binninger Einwohnerrats sprach sich allerdings gegen das Projekt aus und schiesst somit den gemischten Fuss- und Veloweg ab.

Normalerweise ist die Separierungslogik bei Autofahrern beliebt: Velos gehören weg von der Strasse – entweder auf separate Velowege, oder sie sollen kombiniert zusammen mit den Fussgängern geführt werden. Genau das war auch der Vorschlag des Binninger Gemeinderats: Im oberen Bereich des Neubadrains soll künftig bergauf ein gemeinsamer Fuss- und Veloweg entstehen, wegen der engen Platzverhältnisse allerdings nur 2,50 Meter breit. Bereits heute gilt dort Tempo 40. Der Umbau sollte nächsten Herbst zusammen mit nötigen Werkleitungssanierungen beginnen. Die Kosten betragen insgesamt rund eine Million Franken, für den Veloweg steuert der Bund etwa 200'000 Franken aus dem Agglomerationsfonds bei.

Doch eine knappe Mehrheit des Binninger Einwohnerrats sandte die Vorlage am Montag zurück an den Absender. So bemängelte Urs Brunner (SVP), die Velo- und Trottifahrer seien für Fussgänger gefährlich, auch die geplante Verengung der Strasse führe zu einer Staugefahr. Auch Peter Sala (FDP) kritisierte die geplante Reduktion von neun auf sechs Parkplätze und verlangte Velostreifen statt des kombinierten Veloweges. Die CVP war gespalten, Fraktionssprecher Thomas Hafner bezeichnete die geplanten Strassenverengungen bei den Fussgängerstreifen ebenfalls als «gefährlich». Auch Daniel Zimmermann (FDP) warnte davor, auf 300 Metern Strasse insgesamt acht Verengungen für die dort täglich verkehrenden 7000 Autos einzuführen.

Uneinigkeit über geplante Massnahmen

«Die geplanten Massnahmen führen zu einer Beruhigung des Verkehrs. Auch die Anwohner sind froh, wenn die Attraktivität für den Schleichverkehr dort etwas leidet», warb
Gemeinderätin Caroline Rietschi (SP). Man könne die Strasse nun mal nicht verbreitern, das geplante Regime habe sich bereits im unteren Teil bewährt. Und die Parkplätze seien bislang nur zu 30 Prozent belegt gewesen.

Karin Glaser (Grüne) argumentierte, die gemischten Fuss- und Velowege hätten sich in deutschen Städten durchaus bewährt. «Der Blick nach Deutschland zeigt, es geht auch mit höheren Geschwindigkeiten sehr gut», konterte Roman Oberli (SVP). «Der schlaue Velofahrer fährt nicht über den Hügel, wenn er zum Kronenplatz will. Es gibt flache Alternativen», doppelte Pascal Treuthardt (FDP) nach. Ralph Büchelin (SP) hingegen betonte, man solle den bestehenden Veloweg vom Neubad her unbedingt weiterführen. Wegen der geplanten Verengungen sei auf der Strasse wohl Tempo 30 sinnvoll.

Die Abstimmung war dann knapp: Mit 20 gegen 18 Stimmen wies die bürgerliche Mehrheit das Geschäft zurück. Welche Änderungen nun am Projekt vorgenommen werden, bleibt unklar: Tempo 30 würde wohl vom Kanton Baselland auf einer Sammelstrasse nicht akzeptiert, im Binninger Einwohnerrat wäre eine solche Vorlage sowieso chancenlos.

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