Die Rettung des Birsfelder Hallenbads ist ein Stückchen näher gerückt. Denn zwei Schwimmbegeisterte rund um den Schwimmclub Birsfelden möchten einen Teil des Betriebs des Bads übernehmen, nämlich die Vermarktung, die Organisation und die Verwaltung der Schwimmzeiten. Ein Grobkonzept der beiden hat die Gemeinde so überzeugt, dass man bis Ende Jahr einen Vertrag erarbeitet.

Die Idee dahinter sieht folgendermassen aus: Die Schwimmhalle bleibt für die Schulen und für den Schwimmclub zu festen Zeiten kostenlos benutzbar. Aufgabe einer noch zu gründenden Firma ist es, die übrigen Zeiten an andere Nutzer zu vermieten. Infrage kommen andere Schwimmklubs, Organisatoren von Aquafit-Kursen und ähnliches. Dafür zahlt die Firma einen festen jährlichen Betrag an die Gemeinde. Diese behält wie bis anhin alle technischen Aufgaben wie die Wasseraufbereitung.

«Es wird unsere Aufgabe sein, den richtigen Nutzermix zu finden», sagt Sandrine Roditscheff, die mit ihrem Vater Remo das Konzept erarbeitet hat. Zwar sei das Angebot im Birsfelder Bad mit drei Bahnen und einer Mindesttiefe von 1 Meter 40 beschränkt. «Aber der Bedarf ist ganz klar da.» Sie verweist zudem auf den Vorteil, den sie und ihr Vater einbringen können: «Wir kennen die Schwimmkurslandschaft der Region bestens.» Sie habe das Konzept durchgerechnet, und es gehe auf, sagt Roditscheff, die Marketing studiert hat. Konkrete Zahlen kann sie aber nicht nennen. Und natürlich gehöre einiges an persönlicher Überzeugung zum Konzept. «Unsere Familie schwimmt seit 50 Jahren in der Birsfelder Schwimmhalle.»

«Alles ist besser als der Status quo»

Auch Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP) kann nicht exakt beziffern, wie viel die Gemeinde mit der Auslagerung einsparen kann. Er spricht von einer Summe «im sechsstelligen Bereich». Derzeit belastet das Hallenbad die Rechnung mit rund 400 000 Franken pro Jahr. Im Rahmen der Sparbemühungen hatte der Gemeinderat noch im Dezember gehofft, den ganzen Betrieb des Bads auslagern zu können. Doch das war interessierten Kreisen offenbar zu aufwendig. «Damit hätten wir auch nicht so viel sparen können, denn ein externer Betreiber hätte nicht wirklich andere Kosten gehabt als wir», sagt Hiltmann.

Sowohl er als auch Roditscheff sind zuversichtlich, dass die Auslagerung ab Anfang 2016 Realität wird. Zu verlieren habe Birsfelden sowieso wenig, sagt Hiltmann. «Alles ist besser als der Status quo.» Falls die Auslagerung nicht funktioniere, könne sich die Gemeinde überlegen, das Marketing selber zu übernehmen. Eine Schliessung des Hallenbads sei «Ultima Ratio».

Vorerst ist der Gemeindepräsident aber hocherfreut über die sich anbahnende Lösung mit den Schwimmbegeisterten. «Die beiden kennen die Schwimmszene der Region, und sie sind lokal verankert.» Ihr Modell sei spannend. Seines Wissens gibt es in der Schweiz keine vergleichbare Lösungen. «Ich frage mich, warum wir nicht früher auf die Idee gekommen sind.»

Das werden sich vielleicht auch andere Gemeinden im Baselbiet fragen. Denn nicht nur Birsfelden kämpft gegen überbordende Hallenbadkosten. So wollte Binningen letztes Jahr sein Bad ganz schliessen, und in Oberwil gelten seit einigen Monaten eingeschränkte Öffnungszeiten.