Einzigartig

Birsfelder sprechen sich deutlich für gemeinnützigen Wohnraum aus

Ortsschild Birsfelden

Ortsschild Birsfelden

Die Gemeindeversammlung entschied, dass mindestens die Hälfte der Wohnungen auf Gemeindeboden durch Genossenschaften oder Stiftungen erstellt werden sollen. Ein solche Quote kennt im Baselbiet keine andere Ortschaft.

Eine Auszählung war am Montagabend in der Aula das Rheinparkschulhauses nicht nötig: Mit haushohem Mehr bei nur sehr wenigen Gegenstimmen votierten die 203 Stimmberechtigen für das ungewöhnliche Vorhaben des Birsfelder Gemeinderats. Künftig werden bei Quartierplänen auf gemeindeeigenem Boden mindestens 50 Prozent der Wohnungen von gemeinnützigen Bauträgerschaften erstellt. Dazu gehören Genossenschaften und Stiftungen.

Gemeindepräsident Christoph Hiltmann (FDP) stellte vor den zahlreichen Anwesenden die Argumente des Gemeinderats vor. Schon heute sei Birsfelden die Baselbieter Gemeinde mit dem grössten Anteil an Genossenschaftswohnungen. Viele davon seien jedoch in die Jahre gekommen und klein. "Birsfelden ist eine klassische Mietwohnungsgemeinde mit einem tiefen Anteil an Wohneigentum." Eine vielfältiges Wohnungsangebot sei entscheidend für eine gesunde gesellschaftliche Entwicklung der Agglo-Gemeinde. Wohneigentum einerseits und Genossenschaftswohnungen andererseits führten zu einer überdurchschnittlichen Identifikation und Engagement.  

Die SP erklärte, der Gemeinderat habe mit dem Reglement eine Stimmung in der Bevölkerung aufgenommen. Kritik am Vorhaben des Gemeinderats kam einzig von der Gemeindekommission. Es liege kein Missstand vor, weshalb es nicht nötig sei, etwas zu ändern, erklärte Sacha Truffer. "Wir sind im Bereich der Genossenschaftswohnungen heute schon vorbildlich." Mit seiner Argumentation konnte er die Stimmberechtigten nicht überzeugen.  

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