Nachdem seine Stellungnahme am Dienstagabend schon in der Synode (siehe Glossar) der katholischen Kirche Basel-Stadt verlesen worden war, vernahmen nun am Mittwochabend auch die Baselbieter Synodalen die Worte des Basler Bischofs Felix Gmür. Er zeigte sich alles andere als erfreut darüber, was gut fünf Wochen vorher passiert war: Der Landeskirchenrat Baselland hatte den Vertrag betreffend der bikantonalen Fachstelle Katholisch BL.BS gekündigt, ohne zuvor mit jemandem Rücksprache zu nehmen. Laut Gmür "ein schlechtes Zeichen für unser duales System, das hoffentlich nicht Schule macht".  

Denn eigentlich wird angestrebt, dass die staatskirchliche und die pastorale Ebene sich gegenseitig bei Entscheidungen einbeziehen. So ist es auch in einer gemeinsamen Erklärung von Bistum und Landeskirchenrat festgehalten. Gemäss Gmür wurde diese mit der einseitigen Kündigung «ohne erkennbare Not» verletzt. Anders sieht das der Baselbieter Landeskirchenratspräsident Ivo Corvini. Da die Kündigung nicht erfolgt war, weil ein Abbau vorgenommen werden soll, sondern lediglich ein Umbau geplant ist, sieht er keinen Grund, weshalb die pastorale Eben hätte einbezogen werden müssen. «Wir wollen auch künftig für die gemeinsame Erklärung einstehen», versprach er am Mittwochabend vor der Synode. «Jetzt gab es eben einmal ein Auslegeproblem.»

Doch mit dieser Einstellung war Corvini am Mittwochabend deutlich in der Unterzahl. Die Stimmung war dermassen aufgeheizt, dass schon diverse Seitenhiebe an den Landeskirchenrat platziert wurden, als es noch um ganz andere Themen ging. Erst zum Schluss der Sitzung ging es schliesslich um die drei Interpellationen und die beiden Postulate, welche zum Thema eingereicht worden waren. Dabei kam auch zur Sprache, dass der Landeskirchenrat noch einen weiteren Grund neben dem bisher genannten hatte, weshalb er Katholisch BL.BS nicht mehr weiterführen möchte. Es gehe ihm nicht nur um eine verstärkte Konzentration auf die Baselbieter Kirchgemeinden, sondern auch um die starken personellen Fluktuationen bei der bikantonalen Fachstelle.