Peter Faé, Sie drohten damit, das Cupspiel gegen den FC Zürich platzen zu lassen und Forfait zu geben. Was hat Sie umgestimmt?

Peter Faé: Es gab am Mittwochvormittag nochmals eine Sitzung. Die Polizei hat unter anderem endlich definitiv bestimmt, wo welcher Verpflegungsstand stehen darf. Und ein Bauunternehmer stellt die Holzplattformen für die temporären WC-Anlagen auf. Wichtig ist, dass die Toi-Toi-Kabinen nicht kippen. Hinter den Stehrampen ist es aber abschüssig. Das ist keine einfache Aufgabe.

Sie haben die hohen Kosten für die Polizei kritisiert!

Nicht nur das. Es ist unglaublich, welche Auflagen man in Basel als Gastgeber mittlerweile bei solch einem Spiel erfüllen muss. Im Kanton Aargau wäre das einfacher, auch im Kanton Bern. Beim Spiel FC Zürich gegen Breitenrain Bern – wie wir ein Quartierclub – im September 2018 waren die FCZ-Fans nicht so eingepfercht, wie es auf der Schützenmatte der Fall sein wird. Es braucht sogar einen Sichtschutz zwischen den Fans, man muss sich das mal vorstellen. In Bern haben die FCZ-Fans und die Einheimischen Schals getauscht. Das war ein Volksfest.

Laut Ihren Angaben berechnet die Kantonspolizei für die Einsatzbereitschaft 86 000 Franken. Die Black Stars haben einen Antrag auf einen Erlass der Kosten gestellt. Das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement sagte zur bz, es unterstütze den Antrag. In der Regel bewillige ihn der Regierungsrat.

Wir hatten die Zusage ja auch, aber nur mündlich. Früher zählte der Handschlag noch. Heute geht das nicht mehr. Wir hätten deshalb gerne etwas Schriftliches gehabt. Nun nehmen wir die Verantwortlichen beim Wort. Aber auch mit dem Erlass ist der Aufwand enorm. Der Schweizerische Fussballverband ist mitschuldig. Er stellt immer höhere Auflagen.

Können Sie uns Beispiele nennen?

Ich kann gar nicht alles aufzählen. Nur eine lizenzierte Firma darf die Einlasskontrollen vornehmen. Früher hätten wir für so etwas die A-Junioren abbestellt – nicht mehr erlaubt. Man darf nicht vergessen: Bei einem Verein wie unserem wird fast alles ehrenamtlich geleistet. Wir alle müssen daneben aber auch noch arbeiten.

Der Verband stellt den Black Stars kostenlos einen Sicherheitsberater.

Der Sicherheitsbeauftragte ... ja, der ist mal an einer Sitzung aufgetaucht. Ansonsten sehen wir niemanden aus Bern. Der Verband sagt, wir würden nur jammern. Aber vom SFV kommt auch nichts. Der fordert nur. Der Cup muss überdacht werden. Der Aufwand ist zu gross für die Kleinen.

Was wäre Ihr Vorschlag?

Die Super-League-Vereine sollten erst ab der zweiten oder dritten Runde eingreifen können. Oder man lässt die ersten Runden regional ausspielen. In diesem Jahr haben wir vier Vertreter aus der Region in Runde 1. Die könnten gegeneinander spielen. Das ergäbe zwei Spiele: ein Lokalderby, und der dritte Club dürfte gegen den FC Basel ran. So hätte man zwei Volksfeste. Wenn der FCB gegen Kleine aus der Region spielt, bleibts friedlich, da gibts keine Animositäten. Das sah man in den letzten Jahren.

Wie viele Zuschauer erwarten Sie auf der «Schütze»?

Wir rechnen mit 1000 bis 1200 FCZ-Fans. Dazu kommen sicher 1000 eigene. Nach all den Diskussionen in den letzten Tagen habe ich gehört, dass einige an der Sicherheit zweifeln. Dabei kann ich garantieren: Die Sicherheit ist gewährleistet, mehr als gewährleistet. Es entsteht eine kleine Festung.