Auf dem Bruderholz entsteht die Stromdrehscheibe der Region. So nennen Elektra Birseck Münchenstein (EBM) und Industrielle Werke Basel (IWB) ihr Projekt «Jura Nord». Kernstück ist das 2014 in Betrieb genommene Unterwerk Froloo.

Für die Energieversorger der beiden Basel ist der Tunnelabschnitt zwischen Bottmingen und Unterwerk Froloo das spektakulärste Teilstück. Erstmals setzten EBM und IWB auf das Microtunneling. Bei dieser Bohrtechnik alimentiert ein Kran vom Startschacht aus die Bohrung mit drei Meter langen Betonelementen. Eine hydraulische Presse drückt die Betonröhren den Berg hoch. Der Bohrkopf ebnet den Weg und arbeitet sich so vor. Unter dem Sichelweg in Bottmingen hindurch gräbt «Lena» ein Trassee mit zwei Metern Durchmesser. Die unterirdische Leitung liegt rund zehn Meter unter dem Boden, ist 530 Meter lang und mit 65 Höhenmetern gespickt.

«Wir sind nicht Tunnelbauer, daher ist es ein spezielles Projekt für uns», sagte Projektleiter Andreas Isenegger. Geplant wäre die Bohrung vor rund drei Jahren gewesen. Einsprachen verzögerten den rund vier Millionen teuren Tunnelbau. Der herkömmliche Leitungsbau hätte auf der Talholzstrasse stattfinden müssen. Dabei wären, so Isenegger, die Anwohner massiver beeinträchtigt gewesen.

Unter dem Sichelweg geschehen die Arbeiten weitgehend lärmfrei. Auch müssen keine Lastwagen durchs Quartier verkehren. Der Aushub ist auf das Notwendige beschränkt. Und: Die Tunnelvariante kommt die EBM nicht teurer zu stehen.