Glück im Unglück. Im ersten Moment war völlig unklar, ob mitten in Pratteln giftige Stoffe in die Umwelt gelangt sind. Bei der Chemiefirma Galvaplast direkt neben dem Bahnhof war am Sonntagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen zu schliessen.

Die teilweise kritisierte Alarmierung via soziale Medien scheint letztlich gut funktioniert zu haben. Sowohl am Sonntag als auch am Montag hat sich auf der Notfallstation des Kantonsspitals Baselland jeweils nur eine Person mit gereizten Atemwegen ambulant behandeln lassen. Mit gar keinen Fällen konfrontiert war das Unispital Basel, erklärt Sprecher Nicolas Drechsler. Daneben musste ein Feuerwehrmann wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung vorübergehend ins Spital, konnte aber ebenfalls kurz darauf wieder entlassen werden.

Mittlerweile hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft den Fall übernommen und ein Untersuchungsverfahren eröffnet. «Die Brandermittler und Forensiker nehmen jetzt ihre Arbeit auf», erklärt Sprecher Thomas Lyssy. «Das Gebäude ist für die Untersuchung freigegeben worden.» Parallel dazu werden die dort gelagerten Chemikalien durch Spezialisten der Feuerwehr fachgerecht entsorgt.

Totalschaden vermutet

Am Montag noch durfte der vom Brand betroffene Gebäudeteil nach der Einschätzung eines Statikers weder benutzt noch betreten werden. Das Feuer hat die Struktur des Gebäudes teilweise so stark beschädigt, dass es einsturzgefährdet ist. Bei einer Stahlhalle würden bereits ab 400 Grad Celsius Verformungen entstehen, die irreparabel seien, erfährt die bz aus den Reihen der Feuerwehr. Bei dem Gebäude sei von einem Totalschaden auszugehen. «Vermutlich hat das Löschwasser noch zusätzliche Schäden verursacht.» Es habe aber bei der Brandbekämpfung keine Alternative gegeben.

Gemäss der Staatsanwaltschaft kann «die Ermittlung der Brandursache ein paar Wochen oder sogar Monate dauern. So lange ist das Gebäude auch für die Firma gesperrt», stellt Sprecher Lyssy klar. Bei Galvaplast steht seit dem Brand ohnehin alles still. «Am wichtigsten ist es jetzt zu betonen, dass keine Gefahrenstoffe in die Umwelt gelangt sind», sagte der technische Leiter des Unternehmens Markus Hornberger am Montag gegenüber «20 Minuten». Zum Ausmass des Schadens konnte er noch keine Angaben machen.

«Eine Lösung für unsere Mitarbeiter haben wir im Moment noch nicht – auch sind wir noch daran, unsere Kunden zu kontaktieren», erklärte Hornberger weiter. Vieles werde sich im Verlauf der Woche noch herausstellen, und es werde alles darangesetzt, die Situation aufzuklären. Gestern war das Unternehmen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Pratteln: Gebäude nach Brand einsturzgefährdet

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