Baustart

Brückenschlag mit Umwegen: Warum dieser Zwingner Übergang für Ärger sorgt

Dieser halblegale Schleichweg über die alte Fussgängerbrücke weicht demnächst einem hochoffiziellen Radweg. (zvg / Tiefbauamt BL)

Dieser halblegale Schleichweg über die alte Fussgängerbrücke weicht demnächst einem hochoffiziellen Radweg. (zvg / Tiefbauamt BL)

Die Radroute zwischen Zwingen und Aesch verläuft derzeit lückenhaft und weitgehend entlang der Kantonsstrasse H18. Entsprechend ist sie für viele Velofahrende ein Gräuel. Für die geplante Alternativroute wird nun mit dem Bau einer neuen Birsbrücke in Zwingen eine Lücke geschlossen – allerdings mit folgenreicher Verzögerung.

Der Ausbau der Radwege im Laufental schreitet voran. Diesen Montag beginnt ein markanter Bauabschnitt: Dann wird am Weidenweg in Zwingen die alte Fussgängerbrücke über die Birs abgebrochen und durch eine moderne Stahlkonstruktion ersetzt, die zusätzlich eine Radspur aufweist. Der grosse Tag dürfte hierbei der 17. August werden, wenn die vormontierte Neubrücke von zwei Kränen an die richtige Stelle gehoben wird. Bis 18. September sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, kündigt das Baselbieter Tiefbauamt in einer Mitteilung an.

«Super, dass es hier vorwärts geht», lobt der Aescher SP-Landrat Jan Kirchmayr. Der Politiker und Lehrer setzt sich schon lange für den Ausbau des kantonalen Radnetzes ein, insbesondere auch im Birs- und Laufental. Wichtigste Nutzer der neuen Radwegbrücke werden wohl Schülerinnen und Schüler der benachbarten Sekundarschule Laufental und Primarschule sein, die westlich und südlich des Zwingner Birsbogens wohnen. Diese werden künftig mit dem Velo ganz legal an dieser Stelle die Birs auf ihrem Schulweg überqueren können. Deshalb bildet die neue Brücke gleich für zwei kantonale Radrouten, Aesch-Laufen und Zwingen-Brislach, einen wichtigen Knotenpunkt.

Der kleine Schönheitsfehler an diesem Projekt ist die rund vierwöchige Verzögerung, mit der die Einbauarbeiten am Montag starten. Der ursprüngliche Plan lautete, die Brücke in den Sommerferien fertigzustellen, damit zu Schulbeginn die neue Radroute bereitsteht. Eine Konstruktionsänderung, es wurden zusätzliche Leitungskanäle für eine Starkstromleitung benötigt, hat zur Folge, dass ab dem 10. August die Schülerinnen und Schüler mit Absperrungen und teils weiträumigen Umleitungen konfrontiert sind. So kann sich der Fussweg einzelner Primarschülerinnen und -schüler um rund 800 Meter verlängern. Dies hat bei Teilen der Quartierbevölkerung für beträchtlichen Unmut gesorgt, nachdem das Tiefbauamt Ende Juni in einem Anwohnerbrief über die Verzögerung orientiert hatte.

Schulwege zusätzlich abgesichert

Projektleiter Urs Oberli versteht diesen Ärger, betont aber, der Kanton werde «weder Kosten noch Mühen scheuen, den Schulweg während der Bauzeit bestmöglich abzusichern». An den kritischen Kreuzungen an der Baselstrasse, beim Judenacker, der Schulstrasse und dem Friedhofweg werden Verkehrslotsen die Übergänge überwachen. Das Trottoir entlang der viel befahrenen Baselstrasse sowie Hinterfeldstrasse wird durch eine Absperrung zusätzlich gesichert. Oberli selbst hat die Ausweichrouten mehrfach inspiziert und sagt: «Was getan werden konnte, haben wir getan, um einen sicheren Schulbeginn zu gewährleisten.»

Der im Tiefbauamt fürs Radwegnetz zuständige Projektplaner Armin Schmauss schätzt die Kosten für diese Bauphase auf 1,2 Millionen Franken, wovon der Bund 40 Prozent übernimmt. Landrat Jan Kirchmayr drängt darauf, als Nächstes schnellstmöglich die Radweglücke bei Duggingen zu schliessen, die den Schulweg zur Sek Aesch erschwere. Schmauss gibt hierfür einen Baubeginn ab 2023 an. Auch die Aufhebung der Bahnübergänge bei Grellingen werde nicht vor 2023 möglich sein, da die Realisierung dieses Abschnitts mit dem verzögerten Doppelspurausbau der SBB eng einhergeht. Endziel aller Bemühungen ist es, den zunehmenden Veloverkehr zwischen Zwingen, Grellingen und Aesch von der bisher unattraktiven Route entlang der Kantonsstrasse H18 so weit als möglich zu entkoppeln.

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