FC Basel

Callà über Wechsel zum FCB: «Der rotblaue Zug fährt nur einmal im Leben vorbei»

Davide Callà wechselt per sofort vom FC Aarau zum FC Basel.

Davide Callà wechselt per sofort vom FC Aarau zum FC Basel.

Davide Callà ist der Neuzuzüger beim FC Basel, am Mittwoch gab er erstmals öffentlich Auskunft zu seinem Wechsel vom FC Aarau nach Basel. Das Unterschreiben des FCB-Vertrags sei nun der Höhepunkt eines kleinen Fussballmärchens.

Er macht den Anschein, als könne er selber noch nicht glauben, wie ihm geschieht. Vor 18 Monaten, sagt Davide Callà, stand er vor dem Nichts. Obwohl er nach vier Knieoperationen endlich auf dem Weg der Besserung war, verlängerten die Grasshoppers den Vertrag mit Callà nicht. „Ich hätte damals genauso auf der Strasse landen können", sagt er. Dass er nun am Dienstag beim FC Basel einen Vertrag bis 2016 unterschreiben durfte und am Mittwochnachmittag den Medien präsentiert wurde, ist der bisherige Höhepunkt eines kleinen Fussballmärchens. Oder wie er sagt: „Hätten Sie mir das vor 18 Monaten prophezeit, hätte ich Sie ausgelacht."

Dass er nicht auf der Strasse landete, verdankt Callà dem FC Aarau. Damals noch in der Challenge League und auf der Suche nach einem preiswerten Offensivspieler, luden die Aargauer den arbeitslosen Callà zum Probetraining ein und gaben ihm kurz darauf einen stark leistungsbezogenen Vertrag. Auch wenn er schon lukrativere Arbeitspapiere unterschrieben hatte, Callà ist dem FCA unendlich dankbar für die Hilfe. „Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, hätten sie mich nicht genommen."

Es folgte die laut eigener Aussage „beste Saison meiner Karriere". Callà schoss den FC Aarau mit 19 Toren praktisch im Alleingang zurück in die Super League und erlebte eine Aufstiegsfeier, „die ich nie vergessen werde, der emotionale Höhepunkt meiner Laufbahn". Callà war schnell der Schlüsselspieler der Mannschaft von René Weiler und hatte auch im vergangenen halben Jahr dank seiner individuellen Klasse grossen Anteil daran, dass die Aargauer praktisch keine Abstiegssorgen mehr plagen.

Dass ein Davide Callà, in jungen Jahren als kommender Nationalspieler gehandelt, zu mehr fähig ist als zu einem Stammplatz beim FC Aarau, das war schon immer klar. Doch welcher Klub will schon einen mittlerweile 29-Jährigen verpflichten, der sein rechtes Knie vier Mal operieren lassen musste und vor wenigen Jahren kurz vor dem Karriereende stand? Der FC Basel! Bereits vor einigen Wochen, kurz nach dem Jahreswechsel, fühlte Rot-Blau ein erstes Mal bei Callà vor. „Sie wollten wissen, ob ich grundsätzlich an einem Wechsel interessiert bin", erzählt er. Und weiter: „Noch nie fiel mir eine Antwort so leicht."

Es dauerte dann doch bis zum vergangenen Freitag, als Callàs Handy erneut klingelte. Dann ging alles sehr schnell. So schnell, dass er sich noch nicht einmal von den Teamkollegen in Aarau verabschieden konnte. „Ich habe ein paar SMS verschickt, aber ich werde auf jeden Fall nochmals persönlich vorbei schauen."

So ganz schien er der Sache bis zuletzt nicht zu trauen. „René Weiler (FCA-Trainer; d. Red.) wollte am Montag die Mannschaft informieren, doch ich habe ihn davon abgehalten, weil ich mich nicht sicher war, obs klappt." Als der Spielertausch - im Gegenzug wechselt Stephan Andrist vom FCB nach Aarau - im Verlauf des Dienstags auf dem Onlineportal der „Nordwestschweiz" publik wurde, gab es laut Callà hauptsächlich positive Reaktionen. „Die Herzen der Aarauer sind geteilt. Einerseits finden sie es schade, dass ich gehe. Andererseits wissen sie, dass ich diese Chance unbedingt packen muss." Oder wie er sagt: „Der rotblaue Zug fährt im Leben eines Fussballers nur einmal vorbei." Der FC Basel sei das Beste, was der Schweizer Fussball zu bieten habe. Er wolle seiner Karriere unbedingt die Krone in Form des Meistertitels aufsetzen und in der Champions League spielen. „Diese Möglichkeit bietet nur der FCB."

Beim FC Aarau war Callà ein Führungs- und unumstrittener Stammspieler, beim FCB ist er zumindest zu Beginn einer von vielen. „Klar", sagt er, „ich komme in eine gefestigte Mannschaft und muss mir meinen Platz erkämpfen." Aber mit 29 Jahren und der Erfahrung von über 200 Super-League-Spielen sei das etwas anderes, als wenn er frisch aus einer Jugendabteilung zum Profiteam stosse. Es interessiere ihn nicht, dass andere vor ihm hier gescheitert seien. Callà vertraut auf seine Empathie: „Mein Charakter erlaubt mir, mich schnell in einer neuen Umgebung zurechtzufinden."

Bereits am Samstag könnte er im Heimspiel gegen Sion seinen Einstand im FCB-Dress geben, die Spielberechtigung sollte rechtzeitig eintreffen. Den Einmarsch ins St. Jakob-Park kann Davide Callà kaum erwarten: „In der Schweiz gibt es für einen Fussballer nichts Geileres."

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