Ausbau

«Catch a Car» erobert die Agglomeration

Allschwil machte im März den Anfang: Als erste Basler Nachbargemeinde führte sie die Catch-Cars ein.

Allschwil machte im März den Anfang: Als erste Basler Nachbargemeinde führte sie die Catch-Cars ein.

Catch A Car gibt es seit März auch ausserhalb von Basel. Immer mehr Gemeinden schliessen sich an. Wie das Angebot funktioniert und wo die Fahrzeuge bald überall anzutreffen sind

Erst Allschwil, dann Birsfelden, kürzlich Riehen und nun hat auch der Bottminger Gemeinderat bekannt gegeben, dass er einer Erweiterung des Catch-a-Car-Angebots auf Bottmingen zustimmt. Am 25. August vergangenen Jahres hat die Tochtergesellschaft der Mobility-Genossenschaft ihre zweijährige Pilotphase in Basel lanciert. Der Carsharing-Dienst, dessen Unterschied zu Mobility mehrheitlich darin besteht, dass ohne Reservation von A nach B gefahren werden kann und dass die Autos auf jedem öffentlichen Parkplatz in der Catch-Car-Zone abgestellt werden können, breitet sich immer mehr auch in die Agglomeration aus. Darüber freut sich unter anderem die Leiterin von Catch a Car Silena Medici.

Silena Medici ist Leiterin des Carsharing-Dienstes Catch a Car.

Silena Medici ist Leiterin des Carsharing-Dienstes Catch a Car.

Frau Medici, werden Ihre Fahrzeuge nun bald auch in Bottmingen anzutreffen sein?

Silena Medici: Das werden wir nun evaluieren. Wir möchten unser Angebot ausbauen und sind deshalb mit verschiedenen Gemeinden rund um Basel im Gespräch. Dass der Gemeinderat einer möglichen Ausdehnung auf sein Gemeindegebiet zustimmt, ist dabei immer der erste Schritt. Dass Bottmingen diesen gemacht hat, freut uns. Es ist ein Zeichen, dass Bottmingen unser Projekt unterstützen möchte und dass entsprechende Gespräche stattfinden können. Beschlossen ist aber noch nichts, weder wann noch wo ein weiterer Ausbau stattfindet.

Als Sie das Pilotprojekt Catch a Car starteten, hiess es, es sei auf Stadtbewohner zugeschnitten. Nun erobern Sie aber die Agglomeration. Widerspricht das nicht dem ursprünglichen Ziel?

Wir hofften von Anfang an, das Angebot auch auf Nachbarsgemeinden der Stadt Basel ausweiten zu können. Das Bedürfnis, sich flexibel und spontan von A nach B zu bewegen, besteht nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch in der städtischen Agglomeration. Ausserdem ist man auch dort auf das Thema Carsharing sensibilisiert. In der Schweiz steht ein Privatauto im Schnitt 23 Stunden am Tag unbenutzt auf einem Parkplatz. Wenn nun mehrere Leute ein Auto teilen, entschärft das die Parkplatzsituation.

Man könnte auch das Gegenteil behaupten: Die Parkplätze in Basel und Umgebung sind sowieso schon knapp. Nun sind sie zusätzlich mit Catch-Cars belegt.

Mit unseren 120 Fahrzeugen beanspruchen wir gerade mal 0,3 Prozent der öffentlichen Parkplätze. Das beeinflusst deren Verfügbarkeit kaum. Zudem ermutigt unser Angebot die Leute, ihr Auto zu verkaufen, und stattdessen auf eine Kombination von Carsharing und öffentlichem Verkehr zurückzugreifen, was wiederum für freie Parkplätze sorgt. Das wurde für Mobility schon in mehreren Studien bewiesen. Auch das Pilotprojekt zu Catch a Car wird von der ETH laufend ausgewertet. Die Resultate kommunizieren wir zurzeit aber noch nicht.

Apropos Mobility, kannibalisieren sich diese beiden Carsharing-Projekte nicht gegenseitig?

Nein, sie ergänzen sich sogar. Catch a Car ist klar auf urbanen Verkehr mit kürzeren Strecken ausgelegt. Das eröffnet einerseits eine neue Zielgruppe und bietet auch Mobility-Kunden ein interessantes Zusatzangebot. Je nach aktuellem Bedarf können diese sich für das eine oder andere Modell entscheiden.

Mehr Informationen unter catch-a-car.ch.

Meistgesehen

Artboard 1