Dreikönigstreffen

Cédric Wermuth: Schweiz ein «hochkorruptes System»

Cédric Wermuth (m.) weist Jacqueline Fehr und Christian Levrat den Weg.

Cédric Wermuth (m.) weist Jacqueline Fehr und Christian Levrat den Weg.

Juso-Präsident Cédric Wermuth heizte der Baseslbieter SP am Berchtoldstag kräftig ein. Er geisselte das «hochkorrupte» System der Schweizer Politik und sann über einen Austritt der SP aus dem Bundesrat nach.

Am traditionellen «Dreikönigstreffen» der SP Muttenz diskutierte Helmut Hubacher mit Cédric Wermuth und diversen anderen SP-Persönlichkeiten über den Kurs der Partei.

Wie Onlinereports.ch berichtete, ging Wermuth nach einigem Smalltalk bald in die Offensive.

So berichtete das Online-Portal über Wermuths Ansichten zum aktuellen Krebsgang der SP. Er sieht die Probleme vor allem in fehlenden finanziellen Ressourcen: Die SVP werde für den Herbst Wahlkampf zwischen 30 und 40 Millionen aufwerfen.

Bargeld für parlamentarische Vorstösse

Weiter meinte Wermuth, dieses Land lebe «in einem hochkorrupten System». So habe ihm ein bürgerlicher Parlamentarier «nach dem zweiten Bier» anvertraut, dass ihm «für die Einreichung von Vorstössen Bargeld angeboten worden sei». Das System des Lobbying habe sich so verfeinert, dass Parlamentarier auch in Beiräte von Grossunternehmen berufen und für zwei Sitzungen jährlich mit 100'000 Franken entschädigt werden. Bezüglich Parteispenden-Transparenz stehe die Schweiz laut Transparency International auf der Stufe von Ländern wie die Bahamas oder Sri Lanka.

Seit 150 Jahren in der Opposition

Die SP habe seit ihrer Gründung 1888 nie Geld gehabt, dafür politische Ziele. Ohne die SP gäbe es heute soziale Errungenschaften wie die AHV oder die Mutterschaftsversicherung nicht.

Hubacher fragte Wermuth, ob er eine Sehnsucht zur Opposition habe. Er meinte darauf, die SP sei seit 150 Jahren in der Opposition.

Wenn man den Sozialdemokraten den zweiten Sitz im Bundesrat wegnehme, dann könnte ein Austritt auf der Traktandenliste stehen. (cbk)

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