«In der Schweiz reden wir allzu häufig über Tunnels», sagte Meyer am Spatenstich in der Wöschnau. «Wir müssen aber über Kapazitäten reden.» So würden die SBB im Verkehr zwischen Basel und dem Mittelland «zuerst mehr Doppelstockzüge einsetzen». Der Wisenbergtunnel – oder ein anderer neuer Durchstich durch den Jura – habe darum für die SBB derzeit keine Priorität, hielt Meyer unmissverständlich fest.

Eppenberg hat Vorrang

Dass jetzt mit dem Vierspurausbau Olten–Aarau 855 Mio. Franken auf der Ost-West-Achse investiert werden, bezeichnete Meyer aus Sicht der SBB als «die absolut richtige Priorität». Denn hier sei die Hauptschlagader des schweizerischen Bahnverkehrs, und der Ausbau komme sowohl dem Personen- wie dem Güterverkehr zugute.

Der Solothurner Baudirektor Roland Fürst hielt in seiner Ansprache am Spatenstich fest, dass der Kanton Solothurn den Vierspurausbau Olten–Aarau mit dem Eppenbergtunnel «seit je voll unterstützt hat». Es sei für den Kanton «das wichtigste Projekt beim Ausbau der Bahninfrastruktur in den nächsten zehn Jahren».

Die Beseitigung des heute bestehenden Kapazitätsengpasses auf der Schiene zwischen Olten und Aarau habe vorwiegend eine nationale Wirkung, stellte Fürst fest. «Nichtsdestotrotz profitieren auch Schönenwerd, das Niederamt und der Kanton Solothurn – insbesondere vom Ausbau der S-Bahn und der regionalen Schnellverbindungen». Dem Kanton Solothurn liege aber auch die höhere Kapazität im Güterverkehr für die verladende Wirtschaft am Herzen.

Was die Einschränkungen betrifft, die – etwa auf der Hauptstrasse zwischen Däniken und Aarau – mit den Bauarbeiten für den Eppenbergtunnel verbunden sind, so versprach der Solothurner Baudirektor, dass der Kanton seinen Teil dazu beitragen werde, auftretende Probleme gemeinsam mit SBB und Bundesamt für Verkehr rasch und einvernehmlich zu lösen.

Keine Enteignungen nötig

Gelungen ist dies offenbar beim Landerwerb für den Vierspurausbau. Nach Auskunft von SBB-Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer waren dafür rund 300 Landerwerbsverfahren durchzuführen. Alle seien einvernehmlich abgeschlossen worden, es sei zu keiner einzigen Enteignung gekommen. Für ihre kooperative Rolle sprach Schweizer den beteiligten Niederämter Gemeinden seinen Dank aus. (cva)