Sissach

Cheesmeyer-Wirtin: «Die Leute fühlen sich hier im Bistro wie zu Hause»

Susanne Schaffner leitet seit sieben Jahren das Bistro, in dem auch Konzerte stattfinden.

Susanne Schaffner leitet seit sieben Jahren das Bistro, in dem auch Konzerte stattfinden.

Susanne Schaffner ist Wirtin im Bistro Cheesmeyer in Sissach. Nicht nur die Räumlichkeiten schreiben hier Geschichte. Auch Auftritte von regionalen und internationalen Bands zeichnen das Bistro aus.

Frau Schaffner, was ist speziell am Bistro Cheesmeyer?

Susanne Schaffner: Zum einen die Räumlichkeiten, denn das «Cheesmeyer-Huus» schreibt Geschichte. Zum anderen veranstalten wir jeden Monat einen Tanzabend mit Live-Musik, zu der die Gäste Disco Fox, Walzer oder Swing tanzen können. Ausserdem vermieten wir die Gaststätte auch für Privatanlässe wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder Geschäftsessen – mit oder ohne Live-Musik. Ab und an findet im Bistro ein Frauenfrühstück statt, an dem Vorträge gehalten werden – an wärmeren Tagen auch draussen auf dem Platz unter den Linden.

Welche Leute treten bei Ihnen auf?

Wir hatten schon Jazz und Blues- Bands und im Winter Gospelchöre, aber auch klassische Konzerte haben hier stattgefunden. Maya Wirz und Balthasar Oswald standen schon auf unserer Bühne. Und im Mai dürfen wir eine südamerikanische Band begrüssen. Die Anlässe sind jeweils gut besucht, dennoch möchte ich mich hauptsächlich auf den Gastro-Betrieb konzentrieren. Für die Organisation habe ich schlicht zu wenig Zeit, deshalb veranstalten wir nur etwa drei Musikevents im Jahr.

Sie sprachen von der Geschichte. Wie sieht diese aus?

Das Gebäude wurde um 1901 neu aufgebaut. Hinein kam das damals erste Warenhaus im Kanton Baselland. Nun steht das Haus unter Denkmalschutz. Als ich hier eingezogen bin, war die Bistrofläche nur halb so gross, auf der anderen Hälfte befand sich ein Computergeschäft. Erst seit letztem Jahr gehört die gesamte Fläche zum Bistro.

Bieten Sie eine Besonderheit an?

Wir sind bekannt für unsere Crêpes. Süsse, aber auch salzige, herzhafte Crêpes können bei uns konsumiert werden, und das durchgehend. Für die Zubereitung unserer Gerichte verwenden wir hauptsächlich saisonale Produkte aus der Region. Es ist alles hausgemacht: unsere Crêpes, Kuchen, Torten und die belegten Brötchen.

In welcher Preisklasse bewegen sich Ihre Menüs?

Menüs an sich bieten wir nicht an, jedoch kann sich der Gast sein eigenes Menü zusammenstellen. Eine salzige Crêpe, zum Beispiel mit einem Menüsalat oder einer Suppe kostet 14 Franken. Unsere Kunden bekommen hier aber auch Spaghetti. Ein kleiner Teller kostet 8.50 Franken, der grosse Teller 13.50 Franken. Im Grunde hat man bei uns mit 14 bis 15 Franken gegessen.

Haben Sie viele Stammgäste?

Ja, wir haben viele Leute, die täglich kommen. Sie sagen immer, sie fühlen sich im Bistro Cheesmeyer wie zu Hause. Oft frühstücken sie auch hier oder gönnen sich ein Feierabendbierchen.

Wer kommt sonst noch zu Ihnen ins Bistro?

Verschiedenste Gruppen und Leute finden hierhin: An Nachmittagen besuchen uns viele ältere Leute oder Mütter mit ihren Kindern. Auch Banker oder Bauarbeiter sehen wir hier oft, vor allem zur Mittagszeit. An Freitagabenden bedienen wir vorwiegend Jüngere, weil wir dann länger geöffnet haben.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ich habe Hotelfachassistentin gelernt, dadurch hatte immer etwas mit dem Gastgewerbe zu tun. Vielfach habe ich im Service gearbeitet und so etliche Erfahrung gesammelt. Als Mutter von zwei Kindern hatte ich den Wunsch, mich selbstständig zu machen. Gut, dass ich die Geschwister Häfelfinger kannte, denen das «Cheesmeyer-Huus» gehört. Mit ihrem Vater bin ich eines Tages ins Gespräch gekommen. Damals fragte er mich, ob der leerstehende Raum etwas für mich wäre. Natürlich sagte ich Ja und so haben wir zusammen das Konzept ausgearbeitet.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Das Gastgewerbe ist meine Leidenschaft. Ich mag es, meine Gäste zufriedenstellen und die Gastfreundschaft zu pflegen. Ausserdem arbeite ich gerne mit Menschen zusammen.

Gibt es auch Schattenseiten?

Ja, das Privatleben steht in einer kleinen Ecke. Das zerrt schon etwas an mir. Aber für mich ist die Gastronomie eine Leidenschaft, ich bekomme dadurch auch viel zurück. Die Situation ist aber auch besser geworden, denn ich teile meine Mitarbeiter in Früh- und Spätschichten. Mein Sohn entlastet mich ausserdem sehr, ihn kann ich überall einsetzen. Momentan stehe ich etwa zwölf Stunden am Tag im Laden.

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