Die Baselbieter FDP steht voll hinter Christoph Buser: Der am 31. März aus dem Landrat abgewählte Direktor der Wirtschaftskammer Baselland ist am Mittwochabend am Parteitag der FDP in Allschwil einstimmig aufs Siebnerticket für die Nationalratswahlen vom 20. Oktober gesetzt worden.

Buser zeigte sich in seiner Motivationsrede demütig und traf damit den Nerv der Versammlung: Er sei für seine Niederlage bei den Landratswahlen selber verantwortlich. «Ich habe zuwenig für meine Wiederwahl getan», sagte der Füllinsdörfer. Er habe dann vertieft analysiert, ob eine Kandidatur bei den nationalen Wahlen noch opportun sei, diese Frage aber letztlich mit Ja beantwortet. Auch weil er der FDP helfen wolle. «Meine eigenen Wahlchancen sind alles andere als intakt.» Er sei sich aber nicht zu schade, im zweiten zum Wahlerfolg der Partei beizutragen, sagte Buser in Anlehnung an den Hockeysport.

Findungskommissionspräsident Peter Issler betonte zuvor, dass Buser als Wirtschaftskammer-Direktor über ein grosses Stimmenpotenzial verfüge – in KMU-Kreisen und im Umfeld des Hauseigentümerverbands. Die Bedeutung von Busers Wahlresultat vom 31. März für die nationalen Wahlen relativierte Issler: «Im Herbst wird im ganzen Kanton gewählt – nicht nur in Pratteln.» Buser trat bereits bei den Nationalratswahlen 2015 als Kandidat an und erreichte damals den zweiten Listenplatz hinter der wiedergewählten Amtsinhaberin Daniela Schneeberger.

Schneeberger ist Ständeratskandidatin

Neben Buser auf die FDP-Liste setzte die Versammlung Nationalrätin Daniela Schneeberger (Thürnen). Sie politisiert seit 2011 in Bundesbern. Die 52-jährige Oberbaselbieterin wurde zudem ebenfalls einstimmig zur Ständeratskandidatin nominiert. Sollte sie den einzigen Baselbieter Sitz im «Stöckli» ins bürgerliche Lager holen können, so ist die Chance gross, dass ein anderer Freisinniger auf der Liste ihren Sitz «erben» kann.

Um den zweiten Rang balgen sich auf der FDP-Liste die Landräte Balz Stückelberger (Arlesheim), Marc Schinzel (Binningen) und die am Mittwoch zur Parteipräsidentin gewählte Saskia Schenker (Itingen) sowie die Gemeindepräsidenten Nicole Nüssli (Allschwil) und Melchior Buchs (Reinach). Die Nomination der Präsidenten der zwei bevölkerungsreichsten Baselbieter Gemeinden könnte sich noch als kluger wahltaktischer Schachzug der Findungskommission erweisen.