Morgen ist es wieder so weit. Der Fernsehsender «3 +» strahlt neue Folgen aus der Serie «Bauer, ledig, sucht ...» aus. Es ist bereits die 15. Staffel. Dieses Mal mit dabei: Ein Landwirt aus Sissach mit einem speziellen Hobby.

Roger Sutter hat einen Grünlandbetrieb mit Futterwirtschaft und Weinbau. Doch neben seinem Bauernbetrieb arbeitet Sutter auch im familieneigenen Bestattungsunternehmen mit. Die bz hat den 39-jährigen Bauern auf seinem Hof in Sissach besucht. Die Idee zur Teilnahme an der TV-Show stamme von seiner Cousine, erinnert sich Sutter. «Sie stichelte, sie werde mich bei ‹Bauer, ledig, sucht ...› anmelden. Sie war der Meinung, dass ich auch ohne diese Sendung jemanden finden sollte, doch wenn das nicht der Fall sei, melde sie mich an.» Er habe sich gedacht, das tue er lieber selbst – und so kam es dann auch.

Sutter sagt, er lerne schon Frauen kennen. Er ist passionierter Westernreiter und hat auch an Turniere teilgenommen. Doch die passende Dame sei ihm noch nicht über den Weg gelaufen, fügt der Cowboy aus dem Baselbiet an. «Ich dachte, wenn ich hier mitmache, erhöht es die Chance, dass die richtige dabei ist. Denn hier können sich Frauen aus der ganzen Schweiz melden.»

Die Zusage kam, als er mit der Familie im Auto sass

Sein Umfeld erfuhr auf eine unerwartete Weise von seinem Vorhaben: «Ich war mit meiner Familie im Auto, als das Telefon klingelte. Ich dachte, es sei ein geschäftliches Telefonat. Doch dann sagte die Person am anderen Ende der Leitung, dass sie von 3+ sei.» Er sah im Augenwinkel seine überraschten Eltern, doch sie hätten ihn bei seinem Vorhaben stets unterstützt.

Die Kombination Bauernhof und Bestattungsunternehmen ist nicht gerade alltäglich. Sutter erklärt, wie es dazu kam: «Zu Zeiten meines Grossvaters und Urgrossvaters war es im Dorf so, dass der Schreiner die Särge herstellte und auch die Einsargungen besorgte. Die Särge mussten aber auch transportiert werden, und da mein Urgrossvater Pferde besass, wurde es zu seiner Aufgabe, die Behälter der Kirchengemeinde Sissach und Umgebung zu transportieren.» 1968 wurde der Transport von der Kutsche auf das Auto umgestellt. Später zog sich der Schreiner aus dem Geschäft zurück und die Sutters führten das Unternehmen auf eigene Faust weiter. Die Särge kauft die Firma heute von auswärts ein.

Sutter kann beim Reiten abschalten. «Meine Pferde sind der Ausgleich zu meinem Beruf, in dem man viel Trauriges sieht. Die Tiere bereiten mir viel Freude. Allgemein ist die Landwirtschaft voller Leben: Alles ist grün, das ist der perfekte Ausgleich.»

Sutter sagt, er würde wieder bei der Sendung mitmachen. «Ich durfte meine eigenen Ideen einbringen und ich konnte alles so sagen, wie ich wollte. Es wurde mir nichts aufgezwungen.»

Tagsüber sei gefilmt worden, doch zwischen den Drehpausen sei Zeit geblieben, um sich auch ohne Beobachtung kennen zu lernen.

Die Anwärterinnen konnten sich online für ihren Lieblingsbauern bewerben. Nicht wenige Frauen hätten sich jedoch auch direkt bei ihm gemeldet, fügt Sutter an, etwa per Facebook. Es habe sogar Verehrerinnen gegeben, die seine Handynummer ausfindig machen konnten, andere hätten sich bei seinem Reittrainer gemeldet. Sutter fügt an: «Einige waren wirklich sehr einfallsreich.»