Denkmalschutz

CVP-Landrat fordert: «Rettet die Fortifikation Hauenstein»

Auch Mitglieder von «Rost & Grünspan» tummeln sich oft in der Fortifikation Hauenstein: Hier stellen sie eine Szene aus dem Ersten Weltkrieg nach.

Auch Mitglieder von «Rost & Grünspan» tummeln sich oft in der Fortifikation Hauenstein: Hier stellen sie eine Szene aus dem Ersten Weltkrieg nach.

Die Fortifikation Hauenstein war eine der wichtigsten Verteidigungslinien der Schweizer Armee im Ersten Weltkrieg. Seit dem Zweiten Weltkrieg wird sie dem Verfall überlassen. CVP-Landrat Pascal Ryf fordert, dass die nationale Bedeutung des Kulturguts anerkannt wird.

Die Fortifikation Hauenstein: Sie befindet sich auf den Jurahöhen, wo die Kantone Baselland und Solothurn aufeinandertreffen. Im Ersten Weltkrieg bildete sie eine der drei wichtigsten Verteidigungslinien der Schweizer Armee. Der Lampenberger Historiker Lorenz Degen erklärt: «Die Fortifikation Hauenstein ist gewissermassen ein System, das aus einzelnen Schützengräben besteht, die aber nicht alle miteinander verbunden sind.» Ziel der von 1914 bis 1918 erbauten Wehranlage war es, sowohl den Oberen und Unteren Hauenstein wie auch den Eisenbahnknotenpunkt Olten zu schützen, um so einen feindlichen Einbruch ins Mittelland zu verhindern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die einst so bedeutende Fortifikation Hauenstein endgültig aufgegeben und dem Verfall überlassen. Im Baselbiet gibt es nur noch wenige Überreste, die diese ereignisvolle Zeit bezeugen, wie weiter Degen berichtet. So sind im Bereich Bölchen bis Lauchfluh sowie rund um den Wiesenberg die Überbleibsel der Fortifikation noch am besten zu sehen. Doch Degen ist sich sicher: «Wenn jetzt nichts gemacht wird, ist die Anlage in 20 Jahren komplett zerstört.» Zwar versuchte die Gemeinde Langenbruck zusammen mit dem Verein «Rost & Grünspan» den Abschnitt beim Spitzenflüeli zu erhalten, jedoch blieb dies eine einmalige Aktion. «Das Problem ist, dass nirgendwo etwas Dauerhaftes unternommen wird. Wir müssen uns klar werden, wie wir langfristig vorgehen wollen», sagt Degen mit Nachdruck.

Forderung an die Politik

Auch der Oberwiler CVP-Landrat Pascal Ryf sieht in Bezug auf die Erhaltung der Fortifikation dringenden Handlungsbedarf. Aus diesem Grund wird er morgen Donnerstag einen Vorstoss im Landrand einreichen. Dieser beauftragt den Regierungsrat, in einem Massnahmenplan darzulegen, wie das historische Bauwerk langfristig erhalten werden kann. Ausserdem muss der Kanton an den Bund gelangen, sodass auf nationaler Ebene die Fortifikation als Kulturerbe anerkannt wird. Das seien aber zwei unterschiedliche Schienen, wie Ryf erklärt: «Im Prinzip kann der Kanton die Fortifikation Hauenstein restaurieren, ohne dass der Bund die Wehranlage als nationales Kulturerbe aufnimmt. Wünschenswert wäre es aber, wenn beide Fälle eintreten würden.»

Laut Ryf ist die Forderung, dass die oberste Kategorie des Denkmalschutzes (Typ A) zum Tragen kommt, sprich dass die Fortifikation Hauenstein ins Schweizerische Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgenommen wird, nicht unrealistisch: «Der Erste Weltkrieg ist ein Thema, welches die ganze Schweiz betroffen hat. Die Fortifikation Hauenstein wurde zum Schutz der Nation erbaut und somit ist es auch ein Bauwerk von nationaler Bedeutung.» Der CVP-Landrat hofft also, mit seinem Vorstoss auf offene Ohren zu stossen. Neben der Tourismusförderung würde mit dem Schutz der Wehranlage auch die Geschichte der Schweiz ins Bewusstsein gerückt. Ausserdem sei die Fortifikation eine wunderbare Möglichkeit, die Bildung in der Gesellschaft zu fördern.

Dass der Vorstoss jetzt in den Landrat getragen wird, hat strategische Gründe. Vor hundert Jahren wütete der Erste Weltkrieg. Die zahlreichen Gedenkanlässe haben diesen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Auch möchte Ryf die «Vor-Sommerferien-Zeit» nutzen. Die Bevölkerung soll auf die Wehranlage aufmerksam werden. Vielleicht steige der Wunsch, die alten Bunkeranlagen in der Freizeit selber anzuschauen. «Ich wünsche mir, dass das Interesse in der Gesellschaft geweckt wird und dadurch die Möglichkeit entstehen kann, dass die Wehranlage zu einer Baselbieter Touristenattraktion wird.»

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Autor

Zoé Boll

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