Hardwald

Da hilft auch der Regen nicht mehr: Bäume fallen der Trockenheit zum Opfer

Die abgestorbenen Bäume im Hardwald sorgen für Sperrungen und Gefahr durch herabfallende Äste.

Die abgestorbenen Bäume im Hardwald sorgen für Sperrungen und Gefahr durch herabfallende Äste.

Trotz des Regens, leiden die Bäume im Hardwald unter der Trockenheit. Jetzt raten Förster wegen der Gefahr fallender Bäume davon ab, das Gebiet überhaupt zu betreten.

Auf Whatsapp macht zurzeit eine Warnung die Runde: Aufgrund von Trockenheitsschäden an Bäumen wird davon abgeraten, den Muttenzer Hardwald zu betreten. «Für alle WaldbesucherInnen besteht ein massives Sicherheitsrisiko», steht in der Nachricht.

Es handelt sich dabei um eine Mail, die Christian Kleiber, Revierförster der Bürgergemeinde Basel, an eine Waldspielgruppe versendet hat und die via Whatsapp weitergeleitet wurde.

Die Mitteilung macht stutzig – seit Wochen regnet es, die Sonne hat sich schon lange nicht mehr blicken lassen. Dass dürre Bäume umfallen oder unkontrolliert Kronen- und Astteile verlieren könnten, wie es in der Nachricht weiter heisst, scheint für den Laien unmöglich. Handelt es sich dabei um eine alte Mitteilung?

«Das Problem ist tatsächlich aktuell», sagt Christian Kleiber. Es sei ein Irrglaube, dass Trockenheit während einer regnerischen Phase kein Thema sein könne. Denn tatsächlich zeigen sich die Folgen des trockenen Sommers 2018 erst jetzt richtig.

«Während der massiven Trockenheit haben viele Bäume ihr Laub früh abgeworfen, um die Verdunstung zu stoppen», erklärt er. «Sie standen dann noch drei Monate ohne Laub an der prallen Sonne», so Kleiber weiter. Dadurch sei das Holz praktisch verbrannt. Besonders die Baumkronen haben darunter gelitten. «Sehr viele Bäume sind deswegen abgestorben.»

Dass ein Teil des Walds starken Schaden genommen hatte, konnte man jedoch erst jetzt sehen. «Die toten Bäume haben, als der Frühling kam, kein neues Laub mehr produziert», erklärt der Förster. Daran kann nun auch der Regen nichts mehr ändern.

Bäume bereits vorher geschwächt

Schon vor dem trockenen Sommer 2018 seien die Bäume im Hardwald geschwächt gewesen. «Es gab nun mehrere Jahre hintereinander lange Trockenphasen», sagt Christian Kleiber. Dies habe an den Reserven der Bäume gezehrt.

Auch der Frost, der 2017 den Blüten und frischen Trieben geschadet hat, habe den Bäumen arg zugesetzt. «Um das zu kompensieren, wurden 2018 viel mehr Früchte produziert, wodurch wieder Reserven verbraucht wurden», erklärt der Revierförster.

Hardwald ist ein Sonderfall

Wie viele Bäume betroffen sind, kann Kleiber zurzeit noch nicht sagen. «Es ist aber ein sehr grosser Teil», sagt er. Die Bürgergemeinde der Stadt Basel als Waldbesitzerin sei derzeit daran, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Birsfelden und Muttenz weitere Massnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung zu prüfen.

Eine erste Sofortmassnahme hat der Forstbetrieb der Bürgergemeinde bereits ergriffen: An den Wegen, die in den Wald führen, werden Schilder angebracht, die vom Betreten des Walds abraten. Einige Wege des Hardwalds wurden wegen der Gefahr herabfallender Äste gesperrt.

Wie es in den anderen Wäldern des Kantons aussieht, könne man noch nicht sagen, sagt Guido Bader vom Amt für Wald beider Basel. «Wir sind zurzeit daran, uns einen Überblick zu verschaffen.» Aufgrund der Höhenunterschiede haben noch nicht alle Bäume ausgetrieben.

Erst im Juni kann deshalb eine Umfrage über das Ausmass der Trockenschäden bei allen Revierförstern stattfinden, die Resultate werden im Juli erwartet. Bader meint jedoch, dass der Hardwald wohl ein Ausnahmefall sei: «Auch von anderen Gemeinden waren die Rückmeldungen nicht rosig. Aber den Hardwald scheint es härter getroffen zu haben.»

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Autor

Kelly Spielmann

Kelly Spielmann

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