Fussball

«Dank Murat Yakin wurde das Team stabil»

Murat Yakin hat den FCB stabilisiert.

Murat Yakin hat den FCB stabilisiert.

Bei Schweizer Meister FC Basel sind die Weichen nach kurzzeitiger Irrfahrt wieder auf Erfolg gestellt. Die Nordwestschweiz nennt fünf Punkte, welchen dn Verein in den letzten Monaten grundlegend geprägt haben.

Der Titelverteidiger in Liga und Cup ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke. In der Meisterschaft ist wieder alles möglich, in der Europa League spielt man auch im kommenden Jahr auf internationalem Parkett und im Cup schaffte man jüngst den Einzug ins Viertelfinal. Kaum zu glauben, dass der Basler Haussegen vor acht Wochen nach dem Stolper-Start in die Meisterschaft und der Entlassung von Heiko Vogel noch so schief hing.

Zum Jahresabschluss blickten Trainer Murat Yakin, Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz in der gestrigen Pressekonferenz auf ein turbulentes, emotionales, aber am Ende durchaus verheissungsvolles Halbjahr zurück. Wie immer mit dem gewohnt meisterlichen Medienrummel. Ohne Frage, beim FCB herrscht rechtzeitig vor dem Start ins zweite, entscheidende Halbjahr wieder «business as usual».

«Die Nordwestschweiz» nennt fünf Punkte, welche den Verein in den letzten Monaten grundlegend geprägt haben:

Murat Yakin: Der Vogel-Nachfolger wurde am Rheinknie kontrovers empfangen. Nun scheint es, als bringe ausgerechnet er den für kurze Zeit schlafenden Riesen FCB wieder auf Touren. Nach 12 Spielen kann sich die Bilanz des Münchensteiners durchaus sehen lassen: 8 Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen – ausserdem liegt man bei allen Wettbewerben noch voll im Soll. «Dank Murat Yakin wurde das Team endlich stabil», lobt Heitz. Der Gelobte gibt die Lorbeeren gerne zurück: «Ich spüre das grosse Vertrauen in mich. Je grösser die Erwartungen vom Klub, desto mehr blühe ich als Trainer auf.»

Neuzugänge: Mit viel Vorschusslorbeeren kamen Gaston Sauro, Marcelo Diaz und Mohamed Salah zum FCB. Die Gegenwart ist ernüchternd: Sauro war unter Heiko Vogel Stammspieler, musste nach Yakins Ankunft aber Fabian Schär weichen. «Der neue Trainer musste ein gewisses Krisenmanagement betreiben, die Leistungen von Fabian Schär geben ihm recht. Aber Gaston hat zuvor bewiesen, dass er die Qualität für das FCB-Trikot hat», sagt Heitz. Salah glänzt bislang hauptsächlich als Joker. Bei Diaz wird man das Gefühl nicht los, dass er noch nicht angekommen ist. «Die Neuzugänge werden zu kritisch beurteilt», kontert Heitz. «Salah integriert sich immer besser und Diaz zeigte jüngst im Cup gegen Locarno ein Klassespiel. Auch er macht Fortschritte in der Sprache. Neuerdings läuft er mit einem deutschen Wörterbuch herum und wirft mit Sätzen um sich herum.» Dank seiner Physis, Technik und Übersicht sei Diaz auf bestem Weg, ein elementarer Akteur zu werden, stärkt Heitz dem Chilenen den Rücken. «Alle haben gesagt, die Neuen brauchen Zeit. Aber die ist im Fussballgeschäft beschränkt. Auch wir wissen, dass sie sich steigern müssen. Das werden sie.»

Kader:«Wir prüfen wöchentlich Varianten, welcher Spieler auf welcher Position in unser Team passen würde», sagt Heusler. Der Präsident bestätigte gestern die Verpflichtung von GC-Talent Endogan Adili. Spätestens am 1. April 2013 wird der 18-jährige Offensivspieler ans Rheinknie stossen. «Vielleicht schon früher. Wir arbeiten mit den Grasshoppers an einer Lösung», sagt Heitz. Eigengewächs Pascal Schürpf trainiert seit einigen Wochen wieder mit der ersten Mannschaft und erhält im Frühjahr eine neue Bewährungschance. «Ausserdem plane ich, zwei bis drei U21-Spieler Mitte Januar mit ins Trainingslager nach Spanien zu nehmen», fügt Yakin an. Weiterhin schlechte Karten hat Innenverteidiger Radoslav Kovac. «Seine Zeit beim FCB ist endlich», sagt Heitz. Man werde ihn nicht vor Vertragsende im nächsten Sommer vom Hof jagen. «Aber beide Seiten sind bemüht um eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses.»

So interessant die Bewegungen an der Transferfront, es gilt auch diejenigen zu erwähnen, die schon lange beim FCB sind. «Marco Streller ist der absolute Kopf der Mannschaft», sagt Yakin. Wettbewerbsübergreifend erzielte der Captain 14 Tore, längst ist er aus dem Schatten von Alex Frei herausgetreten. Auch Valentin Stocker bekam ein Sonderlob. «Mit welchem Willen er in Locarno nach seiner Einwechslung das Siegestor geschossen hat, so muss ein FCB-Spieler auftreten», sagt Heusler.

Wendepunkt Videoton: Die 1:2-Niederlage gegen Videoton Ende Oktober war schon für Captain Marco Streller «so etwas wie der Wendepunkt dieser Vorrunde». Danach gewann Basel beim FCZ da und startete die Aufholjagd in Meisterschaft und Europa League. «Auch ich hatte nach diesem Spiel ein gutes Gefühl. Vor allem das Abschlusstraining in Ungarn hat mir imponiert. Da war wieder richtig Leben auf dem Platz», sagt Heusler.

Teamgeist:Am Sonntag trafen sich Mannschaft und Staff in geschlossenem Rahmen zum Jahresabschlussessen. Was Bernhard Heusler da sah, bestärkte seinen Optimismus. «Mit Murat Yakin, Marco Streller und Ivan Ergic sassen drei der fünf bedeutendsten FCB-Captains an einem Tisch. Da wurde mir klar, dass der Klub wieder eine Einheit ist. Wir sind auf dem richtigen Weg.»

Meistgesehen

Artboard 1