Crowdfunding

Das älteste Gebäude in Allschwil muss saniert werden – nur vier Personen haben gespendet

Die alte Dorfkirche in Allschwil muss saniert werden.

Die alte Dorfkirche in Allschwil muss saniert werden.

Die alte Dorfkirche St. Peter und Paul wird von morschem Gebälk und veralteten technischen Installationen geplagt.

Sie ist mit ihrer über 300-jährigen Geschichte das älteste Gebäude in Allschwil, wird auf ihrer Website als «wahres kulturelles Juwel» bezeichnet – und muss dringend saniert werden. Die alte Dorfkirche St. Peter und Paul wird von morschem Gebälk und veralteten technischen Installationen geplagt. 1,42 Millionen kostet die Sanierung – Geld, das die Christkatholische Kirchgemeinde Allschwil nicht hat. 250000 Franken stammen aus der eigenen Kasse, 200000 Franken von der Gemeinde Allschwil. Den Restbetrag muss die Kirchgemeinde über Spenden und Beiträge zusammentragen. Neben diversen anderen Aktionen hat die Kirchgemeinde deshalb im November vergangenen Jahres auf der Online-Plattform Lokalhelden ein Crowdfunding gestartet.

Die Frist, um das Finanzierungsziel von 75000 Franken zu erreichen, ist letzte Woche abgelaufen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Vier Personen haben insgesamt 1250 Franken gespendet – drei Prozent des gesetzten Ziels. Wie geht es jetzt weiter mit der Dorfkirche?

Trotz geringem Erfolg wird nicht aufgegeben

«Es hat sich bereits sehr früh abgezeichnet, dass die Spendenfreudigkeit via Lokalhelden nicht ganz so positiv verläuft, wie wir uns das erhofft hatten», erklärt Christina Hatebur, Kirchenrätin und Delegierte der Nationalsynode der christkatholischen Kirche Baselland. Die Kommunikationsexpertin half schon in Laufen, Geld für die Sanierung der christkatholischen Stadtkirche zu sammeln, und tut das jetzt auch für die Allschwiler Dorfkirche. Dass das Crowdfunding trotz des Imagefilms über die Kirche und der Veröffentlichung in mehreren Publikationen kein grosser Erfolg war, erklärt sich Hatebur durch mehrere Faktoren: «Viele Personen haben ihr Geld bereits direkt an die Kirche gespendet. Für Firmen und Institutionen ist das Online-Crowdfunding ausserdem nicht unbedingt eine geeignete Plattform für Spenden.»

Doch aufgeben wolle man deswegen nicht. «Wir schauen nach vorne und werden im Frühling nochmals mit vollem Engagement die Werbetrommel für die Kirche aktivieren», so Hatebur.

Das morsche Dach könnte einstürzen

Nach Ostern soll die Sanierung der alten Dorfkirche St. Peter und Paul – übrigens nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen römisch-katholischen Kirche in Allschwil – beginnen. «Wir planen weiterhin, die dringendsten Arbeiten am Dach als Erstes anzugehen», erklärt Hatebur. Denn könne dieses nicht bald saniert werden, droht es, einzustürzen und man müsste die Kirche aus Sicherheitsgründen schliessen, wie Kirchenratspräsident Reno Frei im Dezember gegenüber dieser Zeitung sagte. Das morsche Dach hat daher höchste Priorität.

Weiter müsste die stromfressende Heizung ersetzt, die Orgel revidiert, die Aussentreppe erneuert, die technischen Installationen angepasst sowie eine Tonanlage und eine Ringleitung für Hörgeschädigte eingebaut werden.

400000 Franken fehlen noch für die Sanierung

Mittlerweile hat die Kirchgemeinde rund eine Million gesammelt. Sie setzt sich aus dem eigenen Beitrag, denjenigen der Gemeinde, Spenden aus Konzerten des Rotary-Clubs, von Institutionen, Firmen und Privatpersonen sowie Beiträgen aus der eidgenössischen und der kantonalen Denkmalpflege zusammen. Wie hoch Letztere ausfallen, ist noch nicht ganz klar. «Dieser Beitrag ist jedoch immens wichtig», sagt Hatebur.

Man sei nun zuversichtlich, dass auch die fehlenden rund 400000 Franken noch zusammenkämen, sagt Hatebur. «Es wäre jammerschade, wenn wir nicht das ganze Projekt zu Ende bringen könnten», fügt sie an. Das Spendenkonto der Kirche ist deshalb, auch nach Ablauf des Crowdfundings, noch immer aktiv. «Und wir sind weiterhin dringend auf das Geld angewiesen.»

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