Die Ereignisse des letzten Jahres, die die Autobus AG Liestal (AAGL) in ihren Grundfesten erschüttert hatten, wirkten an der heutigen Generalversammlung nach.

Verwaltungsratspräsident Christian Haidlauf sprach vom «absoluten Hammer» in Form des Regierungsentscheids, die AAGL-Linien per 2019 auszuschreiben, und von einem «Medien-Tsunami», der über das Unternehmen geschwappt sei. Zur wichtigsten Lehre, die das Unternehmen daraus gezogen habe, meinte er: «Wir mussten uns eingestehen, dass wir das Lobbying vernachlässigt haben. Es braucht den Austausch mit allen, und wir haben uns noch nie mit so vielen ausgetauscht wie in letzter Zeit.»

Nun, der Austausch hat sich gelohnt, die Regierung schwächte ihren Entscheid Ende 2017 ab. Wie, das erklärte Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro den rund 150 Aktionären bei ihrer ersten Teilnahme an einer AAGL-Generalversammlung nochmals in allen Facetten. Die wichtigste Vorgabe: Die AAGL muss zusammen mit der BLT auf den total 18 Oberbaselbieter Buslinien ab 2020 jährlich zwei Millionen Franken sparen. Haidlauf gab sich überzeugt, diese «Hausaufgabe» lösen zu können. Falls nicht, würden die Linien per 2023 doch noch ausgeschrieben.

Pegoraro äusserte sich auch noch zu einem andern Beben, das die AAGL im Verbund mit Pegoraros Bau- und Umweltschutzdirektion ausgelöst hatte – die massiv verschlechterten Anschlüsse des 70er-Busses in Liestal an die Schnellzüge von und nach Luzern und Zürich. Die Regierungspräsidentin versprach bis im Herbst eine Landratsvorlage zur Problematik, wobei eine Rückkehr zum früheren Status den Kanton bis zu einer Million Franken pro Jahr kosten könnte.

Kantonsvertreter schaffte Wahl

Und Pegoraro beackerte eine weitere Baustelle, die letztes Jahr zu Zerrüttungen zwischen AAGL und Kanton geführt hatte: Sie warb für den neuen Kantonsvertreter im AAGL-Verwaltungsrat, Hansruedi Müller aus Wintersingen; dieser Kantonssitz war ein Jahr lang verwaist, weil der Verwaltungsrat den ersten Vorschlag der Regierung abgelehnt hatte. Doch dieses Mal klappte es – sogar ohne Nebengeräusche: Müller wurde einstimmig gewählt. Bei drei Enthaltungen fast ebenso gut schaffte Alfred Guggenbühl, «ein Liestaler Urgestein», wie ihn Haidlauf anpries, die Wahl. Er folgt auf den zurücktretenden FDP-Landrat Christof Hiltmann.

Das Geschäftsjahr 2017 war für die AAGL durchzogen. Zwar transportierte sie mit knapp acht Millionen etwas mehr Fahrgäste als im Vorjahr, doch die Einnahmen blieben laut Geschäftsführer Roman Stingelin wegen eines neuen Verrechnungsmodus innerhalb des TNW unter den Erwartungen.