Nagra

Das Baselbiet will keinen Atommüll in der Nähe

Atommüll aus Schweizer Anlagen: wohin damit?  Andrew Kerr

Atommüll aus Schweizer Anlagen: wohin damit? Andrew Kerr

Für die beiden Basel sind zu viele Sicherheitsfragen noch ungeklärt. Das Baselbiet lehnt ein Tiefenlager in der Nachbarschaft ab.

Die Nagra hat gestern Standorte für mögliche Eingangs- und Bearbeitungs-Gebäude über potenziellen Atommüll-Tiefenlagern eingereicht. Mit dabei sind zwei Standorte in der Nachbarschaft des Kantons Baselland: die Gebiete «Jura-Ost» in der Bözberg-Region und «Jura-Südfuss» östlich von Olten mit je vier Standorten.

Damit ergibt sich ein direkter Konflikt mit der Baselbieter Verfassung, in der steht: Der Kanton «wirkt darauf hin, dass auf dem Kantonsgebiet oder in dessen Nachbarschaft keine Atomkraftwerke nach dem Prinzip der Kernspaltung, Aufbereitungsanlagen für Kernbrennstoffe und Lagerstätten für mittel- und hoch radioaktive Rückstände errichtet werden.»

Baselbieter Verfassung verpflichtet

Obwohl das Baselbiet nicht direkt als Standort zur Diskussion steht, ist der Kanton im Ausschuss der Kantone durch Regierungsrätin Sabine Pegoraro und in der Fachkoordination der Standortkantone durch den Leiter des Amts für Umweltschutz und Energie, Alberto Isenburg, vertreten. «Wegen unserer Nähe zu potenziellen Standorten ist Baselland als einziger Nicht-Standortkanton im Fachausschuss vertreten», erläutert Isenburg. Aus dem gleichen Grund nehmen dort auch die süddeutschen Landkreise Einsitz.

«In beiden Gremien äussern wir uns im Sinne der Baselbieter Verfassung», erklärt Isenburg. Im Klartext: «Wir sprechen uns gegen Standorte in der Nachbarschaft aus.» Es sei zwar unbestritten, dass die Schweiz auch nach einem geordneten Atomausstieg für die den ihr produzierten Atommüll Lagermöglichkeiten finden müsse. «Dabei geht es darum, eine möglichst vernünftige, und das heisst, die technisch sicherst-mögliche Lösung zu finden.»

«Die Schweiz muss die Verantwortung für den von ihr produzierten Atommüll übernehmen», betont auch Anne Levy, Leiterin des Bereichs Gesundheitsschutz Basel-Stadt. Dabei geht hat auch für sie die Sicherheit oberste Priorität: «Es geht darum, den sichersten Ort für ein Tiefenlager zu finden, und nicht jenen Standort zu wählen, an dem die politische Akzeptanz am grössten ist.»

Schliesslich müsse der Atommüll dann 1 Million Jahre lang sicher gelagert werden. «Dabei ist nicht nur die Sicherheit der eigentlichen Standortgemeinden zu beachten, sondern auch aller indirekt betroffenen Regionen.» Dafür seien noch zu viele Fragen offen, um bereits Aussagen machen zu können. Insbesondere äussert sie Bedenken wegen des Trinkwassers: «Wenn in den Oberflächengebäuden Atommüll umgepackt wird, darf nichts ins Grundwasser und in die Gewässer gelangen, denn flussabwärts wird das Wasser für die Trinkwasseraufbereitung verwendet.»

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