Schloss Binningen

Das Binninger Schloss erhält eine neue Mauer

Die aufgehellte Mauer des Schlosses mit brückenähnlicher Treppe und Rollstuhl-Rampe. (Visualisierung)

Die aufgehellte Mauer des Schlosses mit brückenähnlicher Treppe und Rollstuhl-Rampe. (Visualisierung)

Als neuer Zugang zum Schloss wird ein frontaler Aufgang gebaut, der auch für Behinderte zugänglich sein wird. Der Umbau der Schlossmauer kostet mehr als erwartet. Der Gemeinderat beantragt daher im Einwohnerrat einen Zusatzkredit.

Die rote Betonmauer des Binninger Schlosses kommt weg - teilweise zumindest. Wie der Gemeinderat heute an einer Medienorientierung bekannt gegeben hat, wird der ganze Frontbereich des über 700 Jahre alten Schlosses umgestaltet. Damit soll die «Volksinitiative für einen passenden und sicheren Zugang zum Schloss Binningen» umgesetzt werden.

Die bisherige seitliche Treppe bleibt bestehen, dafür gibt es neu einen frontalen Aufgang zum Haupteingang. Diese Treppe ist kein Block, denn die Besucher können unten durchgehen. Diese freitragende Treppe ist eine Hommage an die Geschichte des einstigen Weiherschlosses - der Aufgang ist symbolisch die Brücke über den Wassergraben.

Schlossmauer weiss geschlemmt

Bloss ein Symbol für die Gleichstellung von Behinderten war bisher der störungsanfällige Aussenlift. Das Schloss und vor allem die Terrasse des Restaurants sollen in Zukunft unabhängig von technischen Störungen für Gehbehinderte erreichbar sein. Der Lift kommt weg. Als Ersatz wird am seitlichen Anbau eine Rampe gebaut, die von Rollstuhlfahrenden, aber auch von Eltern mit ihren Kinderwagen benutzt werden kann.

Die Brüstung der Schlossmauer wird um 80 bis 90 Zentimeter zurückgeschnitten. Ein Metallgeländer - bestehend aus in variierenden Abständen eingesetzten Eisenstäben - ersetzt den Beton. Dadurch soll der bisher verdeckte Frontbereich wieder sichtbar werden.

Als letzte zentrale Neuerung wird der heutige Sockel aus rötlich eingefärbtem Beton vorne und seitlich weiss geschlemmt. Damit wirkt der Sockel leichter, und das Schloss erhält wieder eine einheitliche Erscheinung. «Dieser rote ‹Klumpfuss› lastete schwer am Schloss. Unsere Lösung ist hingegen elegant», sagt Architekt Christian Lang. Sein Architekturbüro hat diese Lösung mit der Denkmalpflege und der kantonalen Denkmal- und Heimatschutzkommission abgesprochen.

Projekt braucht Zusatzkredit

Der Umbau wird jedoch teurer als der vom Einwohnerrat bewilligte Kredit. Statt der gesprochenen 265 000 Franken kostet das Projekt 353 000 Franken. Dies, weil die Rampe und die Schlemme teurer sind als erwartet. Der Gemeinderat wird darum an der nächsten Sitzung des Einwohnerrats einen Zusatzkredit von 88 000 Franken beantragen. Die nächste Sitzung ist am 5. November. Bereits am kommenden Montag präsentieren Gemeindepräsident Mike Keller und Architekt Christian Lang das Projekt der Öffentlichkeit.

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