Sissach

Das Glück der Erde liegt auf dem Sissacher Reitplatz: Club bekommt Zuschuss vom Kanton

Der Reitplatz in Tenniken ist zu klein und wird deshalb von sportlich ambitionierten Reitern gemieden.

Der Reitplatz in Tenniken ist zu klein und wird deshalb von sportlich ambitionierten Reitern gemieden.

Der Reiterclub Sissach braucht neuen Platz – und erfährt beiläufig von Zuschuss des Kantons. Zwar wurde ein entsprechender Antrag gestellt. Die Bewilligung kommt dennoch aus heiterem Himmel.

Seine Verblüffung war gross, als Paul Richener vergangene Woche durch das Protokoll der Regierungsratssitzung vom 23. Juni scrollte. 260000 Franken bewilligte die Regierung dem Reiterclub Sissach aus dem Topf des Swisslos Fonds. Richener ist Präsident besagten Clubs. Natürlich kam der Beitrag nicht ganz so unverhofft, schliesslich hatte der Verein einen Antrag gestellt. Die Überraschung sei dennoch riesig – und die Freude gross, sensationell sei das Ganze, jubelt er. «Wir vom Reitsport sind es uns nämlich nicht gewohnt, etwas von der öffentlichen Hand zu erhalten.»

Seit der Eingabe der Finanzierungsanfrage vor drei Monaten habe man nichts mehr gehört vom Kanton. Und bis heute haben sie auch keine schriftliche Bestätigung erhalten. Lediglich dieses Regierungsratsprotokoll liegt Richener vor. «Und diese frohe Kunde hat sich im Club natürlich wie ein Lauffeuer verbreitet», sagt Hektor Luder.

Grösseren Platz beschloss man schon vor zehn Jahren

Der Reiterclub betreibt einen Reitplatz in Tenniken. Doch um darauf Concours durchzuführen, ist er eigentlich zu klein. Sportlich ambitionierte Reiter meiden ihn deshalb. Zehn Jahre sind ins Land gezogen, seit der Verein darum beschloss, dass ein neuer, grösserer Platz hermüsse. Der dafür eingesetzten Baukommission steht Hektor Luder vor.

Die Planung brauchte nicht nur Überzeugungsarbeit, wie sich Luder erinnert, sondern auch zünftig Schnauf. Denn seit 1983, als der Club Land und Reitplatz erwarb, hat sich rechtlich einiges geändert. So befindet sich der Platz nach wie vor in der Landwirtschaftszone. Allein die Umzonung in die heute gängige «Spezialzone Reitsport» nahm drei Jahre in Anspruch – trotz Zutun der Gemeinde.

Und auch wenn die Pläne nun gezeichnet sind, die Baubewilligungen vorliegen und Gelder fliessen: Der Startschuss erfolgt frühestens im Frühling. Denn einerseits muss die Generalversammlung das Projekt noch genehmigen. Die hätte im März stattfinden sollen, bekanntlich kam eine Pandemie dazwischen. Andererseits bildet der Beitrag des Swisslos Fonds nur die Basis der Finanzierung.

960000 Franken für den neuen Reitplatz

Für den Bau des neuen Reitplatzes sind nämlich 960000 Franken budgetiert. Auf eine Finanzierung durch eine Bank kann der Verein derweil nicht zählen. «Wir wissen, dass wir auf uns gestellt sind», konstatiert Luder. So wird der Verein sein eigenes Konto plündern. Er wird seine 124 Mitglieder anhalten, Anteilscheine zu zeichnen. Und er wird seine langjährigen Sponsoren um Unterstützung bitten. Dafür hat die Baukommission bereits ein Konzept ausgetüftelt. Und auch die Eröffnung – rund drei Monate soll die Bauzeit betragen – ist bereits geplant: Mit dem Concours im August 2021.

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