Zweimal redete Isidor Huber den Besuchern am Neujahrsempfang der lokalen Gewerbetreibenden im Gymnasium Laufental-Thierstein ins Gewissen. «Unsere Schule feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Damit wir angemessene Festivitäten durchführen können, bitten wird Sie um eine Spende», sagte der Gymi-Rektor den Anwesenden. Am Ausgang standen Schülerinnen und Schüler bereit, um die Noten und Münzen entgegenzunehmen. Knapp 2000 Franken sind so am vorletzten Freitag im Laufner Gymnasium zusammengekommen.

Doch weshalb ist die bikantonale Schule überhaupt auf Unterstützung angewiesen? «Aus dem normalen Betrieb können wir kein Budget für solche Anlässe generieren», erklärt Isidor Huber auf Anfrage. Der Kanton Baselland, einer der beiden Trägerkantone des Gymnasiums, sehe für derartige Veranstaltungen kein Sonderbudget vor. Huber hat aber vor, in den nächsten Wochen ein Gesuch beim Baselbieter Swisslos-Fonds einzureichen und auch beim Kanton Solothurn anzuklopfen. Von den gut 20 Standortgemeinden der Schule hätten viele schon ihre finanzielle Unterstützung zugesichert. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die benötigte Summe zusammenkriegen werden.» Der Rektor rechnet mit einem tiefen fünfstelligen Betrag.

Festschrift und Operette

Die Festivitäten, welche die Schulverantwortlichen auf die Beine stellen, sind vielseitig. Ende Juni steht ein Festakt auf dem Programm, an dem die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind und ihr Solothurner Amtskollege Remo Ankli teilnehmen. Auch der jurassische Bildungsdirektor Martial Courtet soll mit einer Grussbotschaft nach Laufen kommen. Seit dem Jahr 2012 bietet das Gymnasium Laufental-Thierstein in Kooperation mit dem Lycée cantonal de Porrentruy die schweizweit einzigartige bilinguale Matur an. Die ersten beiden Jahre verbringen die Jugendlichen dabei in Laufen, die letzten beiden in Pruntrut.

Anfang Juli veranstaltet das Gymnasium ein eintägiges Jubiläumsfest. «Wir erwarten rund 2000 Besucherinnen und Besucher», sagt Huber. Es soll einige Beizli und in den Schulzimmern verschiedene Darbietungen geben. Im Herbst kommt es dann zur Aufführung einer mit professioneller Unterstützung einstudierten, bekannten Operette. Sämtliche Rollen werden von Lehrern und Schülern gespielt und gesungen. «Das ist ein ambitioniertes Projekt, das es so an unserer Schule noch nie gab.»

Schon vor rund einem Jahr begannen die Arbeiten an einer umfangreichen Festschrift. Die Geschichtslehrer Peter Hellinger und Linard Candreia setzten sich intensiv mit der Geschichte des Gymnasiums Laufental-Thierstein auseinander. Das 1969 gegründete Gymi vereint die progymnasiale und die gymnasiale Stufe unter einem Dach. Heute besuchen rund 550 Schüler aus dem Baselbieter Laufental, dem Solothurnischen Thierstein und dem Kanton Jura die Schule. (HOF)